Blasenentzündung - Tipps wie man Harnwegsinfekte verhindert

Blasenentzündung - Tipps wie man Harnwegsinfekte verhindert
Foto: PantherMedia/Vladimir Gjorgiev / Author: Katharina Wallner


Lästiges Brennen und häufiges Wasserlassen sind untrügliche Zeichen eines Harnwegsinfekts. Warum er gerade in der Schwangerschaft gehäuft auftritt und was man auch allgemein tun kann, damit es gar nicht dazu kommt, weiß Hebamme Katharina Wallner.

Nicht schon wieder! In der Schwangerschaft muss immer eine Toilette in der Nähe sein, schließlich drückt das ungeborene Kind zunehmend auf die Harnblase und die Harnleiter. Neben dem Gewicht des Kindes nimmt die hormonelle Ausnahmesituation einer Schwangerschaft erheblichen Einfluss auf das gesamte Harnsystem: Es kommt zu einer Erweiterung des Nierenbeckens und der Harnleiter, und das führt dazu, dass mehr Harn in der Blase gespeichert werden kann -  eine ideale Brutstätte für Keime!
Aber auch ohne einer Schwangerschaft haben viele Frauen Probleme mit Harnwegsinfekten. Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, können Sie vorbeugend einiges tun.

WIE SIE SICH GEGEN HARNWEGSINFEKTE WAPPNEN:


  • Viel trinken: Empfohlen sind täglich zwei Liter Wasser oder ungesüßte Getränke. Blasentees aus der Apotheke machen den Harn sauer und verringern das Bakterienwachstum.

  • Gesunde Ernährung: Je weniger Zucker der Urin enthält, desto schlechter können sich die Keime im Blasentrakt ansiedeln und vermehren.

  • Vermeiden: Lebensmittel, die die Blase reizen - wie etwa Kaffee und scharf gewürzte Gerichte -, sollten nur in geringen Maßen genossen werden.

  • Richtungweisend: Achten Sie darauf, potenzielle Krankheitserreger wie Darmbakterien (insbesondere E. Coli) nicht durch unachtsame Toilettenhygiene in die Harnwege einzubringen.

  • Intimhygiene: Verwenden Sie eine pHneutrale Seife, um das natürliche Milieu der Scheidenflora nicht aus seiner Balance zu bringen.

  • "Wasser lassen": Nach dem Geschlechtsverkehr auf die kleine Seite gehen - so können Sie verhindern, dass ungebetene Bakterien bis zur Blase aufsteigen.

  • Besser nicht: Fragwürdige Whirlpools sollten Sie meiden und nach dem Schwimmen rasch in ein trockenes Badetrikot wechseln.

  • Ausgetrickst: Laut einer wissenschaftlichen Studie bindet der Einfachzucker "D-Mannose" Coli-Bakterien, noch bevor sie sich in der Blasenschleimhaut ansiedeln. So werden sie mit dem Urin ausgeschieden und können erst gar keine Beschwerden verursachen.

  • Pflanzenkraft: Auch medizinische Produkte aus der amerikanischen Cranberry und der heimischen Preiselbeere sind bewährte Mittel, um eine Bakterienbesiedlung der Blase zu verhindern.

  • Guter Rat: Leidgeplagte Harnwegspatientinnen sollten mit ihrem Arzt einen geeigneten Behandlungsplan schmieden. Vor einer geplanten Schwangerschaft kann mitunter eine der verfügbaren Impfungen sinnvoll sein.

  • Sollte es doch einmal zu Schmerzen beim Urinieren, häufigem Harndrang und unklarem Fieber kommen, schnell zum Arzt gehen. Eine Antibiotika-Behandlung verhindert, dass die Keime aufsteigen.

Noch Fragen? Ihre Individuellen Fragen beantwortet Hebamme Katharina Wallner gerne in unserem EXPERTENFORUM auf: www.newmom.at/expertenforum

KATHARINA WALLNER ist Hebamme, Pädagogin und freie Journalistin. Sie betreut Familien in der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett, hat ein Eltern-Kind-Zentrum und engagiert sich standespolitisch für den Berufsstand der Hebammen. Ihr Wissen aus Theorie und Praxis gibt sie zudem an der Fachhochschule FH Campus Wien im Studiengang Hebammen weiter, wo sie seit November 2014 unterrichtet. Um für alle diese Aufgaben Energie zu tanken, verbringt sie ihre Freizeit am liebsten auf der Yogamatte oder bewegt in der Natur.


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