Ernährung bei Kleinkindern

Ernährung bei Kleinkindern
Foto: PantherMedia/FamVeldman


Der optimale Speiseplan für Kinder

Interessante Ergebnisse hat eine Umfrage von marketagent.com unter mehr als 500 österreichischen Eltern ergeben: Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, dass ihre zwei- bis dreijährigen Kinder in der Regel die gleichen Hauptmahlzeiten einnehmen wie sie selbst. Dabei ist der Bedarf in diesem Alter anders gelagert als bei Erwachsenen.
 
Für Petra Rust, Ernährungswissenschafterin vom Department für Ernährungswissenschaften an der Universität Wien, ist klar, dass es Eltern nicht an Wissen fehlt. Mit der richtigen Umsetzung altersgerechter Ernährung können Eltern gut für Ihre Kinder sorgen, so Rust: "Bedarfsgerechte Ernährung besteht aus einer abwechslungsreichen Auswahl an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide sowie Fisch, magerem Fleisch und Milchprodukten. Dies ist nicht nur hinsichtlich einer optimalen Nährstoffversorgung wichtig, sondern auch um neue Geschmacksrichtungen und Texturen kennen zu lernen. Daher sollte auf die Zugabe von Zucker, Salz und Gewürzen verzichtet werden. Portionsgrößen müssen dem Alter angepasst werden. Unter einer Portion versteht man - eine Portion so groß wie eine Kinderhand", so die Wissenschafterin.
 
Das sei wichtig, denn nicht bedarfsgerechte Ernährung in dieser Lebensphase kann negative Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Kinder mit sich ziehen. Umso wichtiger ist die Ernährung in den ersten drei Lebensjahren. Dass Kinder wie bei vielen anderen Themen auch beim Essen von ihren Eltern lernen, liegt auf der Hand. Aber auch Geschwister oder etwa Pädagoginnen dienen als Vorbilder. Rust: "Wenn Kleinkinder gemeinsam mit der Familie am Tisch sitzen und essen, nehmen sie häufig auch deren Ernährungsgewohnheiten an. Dabei wird leider oft nicht darauf geachtet, dass gerade in den ersten 1000 Lebenstagen die Ernährung eines Kindes entscheidend für eine gesunde Zukunft ist, und die Kinder in dieser Phase auch spezielle Bedürfnisse haben, die nicht immer erfüllt werden."
 
Die Umfrage förderte auch zu Tage, dass 43% der zwei- bis dreijährigen Kinder zwar mehrmals täglich Obst essen, jedoch nur jedes vierte Kind Milchprodukte zu sich nimmt - und gar nur jedes fünfte Kind konsumiert mehrmals täglich Gemüse. Rust findet die Umfrage-Ergebnisse prinzipiell nicht schlecht, aber dennoch verbesserungswürdig - besonders unter dem Aspekt, dass Eltern die Ernährung ganz und gar nicht auf die leichte Schulter nehmen. "Es fehlt jedoch an der praktischen Umsetzung des theoretischen Wissens", meint Rust. Eltern haben oft keine Idee, wie eine bedarfsgerechte Ernährung in dieser Phase zu gestalten ist.
 

Stärkung der Immunabwehr durch die Ernährung

Gerade auch in den ersten drei Lebensjahren kann man mit der Ernährung einen entscheidenden Einfluss auf die Immunabwehr der Kinder haben. Sobald Kinder z.B. in Krabbel- und Spielgruppen anfangen die spannende Welt zu erkunden, wird auch das Immunsystem auf die Probe gestellt. Gerade in dieser Zeit ist eine bedarfsgerechte, vitaminreiche Ernährung wichtig, um die Entwicklung der eigenen Immunabwehr maximal zu unterstützen. Eine optimale Versorgung mit den Vitaminen A, C und D sowie Spurenelementen sollte daher besonders in dieser Lebensphase gewährleistet sein.
 

Vitamin-Bedarf: Eltern wissen Bescheid

Besser sieht es aus, wenn Eltern über den Vitamin-Bedarf ihrer Kinder befragt werden. Hier fühlen sich laut Umfrage rund 70% der Eltern gut bzw. sehr gut informiert. "Vitamin D und Calcium sind wichtig für den Knochenaufbau, Eisen als essentieller Bestandteil von Hämoglobin benötigt der Körper für die Entwicklung des Kleinkindes", so Prof. Rust. Auch in diesem Bereich ist die praktische Umsetzung jedoch der Knackpunkt. Auf ausreichende bzw. ergänzende Vitamin D Versorgung sollte vor allem etwa dann geachtet werden, wenn es zu einer zu geringen Aufenthaltsdauer im Freien kommt, oder hoher Sonnenschutz verwendet wird. Neben Fisch, Eiern und Pilzen kann im Bedarfsfall mit Vitamin D angereicherte Kindermilch dazu beitragen die Vitaminversorgung zu verbessern. Die Bewegung an der frischen Luft gilt aber dennoch als essentiell für ein optimales Knochenwachstum.


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