Haarausfall bei Frauen

Haarausfall bei Frauen
Foto: © Bildagentur PantherMedia / inesbazdar / Author: Katharina Wallner


Haare sind harmoniesüchtig und hormonabhängig. Stress hinterlässt schnell seine Spuren, und auch unter Hormonmangel kommt es oft zu haarigen Problemen. Sichtbar werden diese oft nach einer Schwangerschaft, in den Wechseljahren und manchmal unter Einnahme der Anti-Baby-Pille. Eine prachtvolle Löwenmähne setzt einen ausbalancierten körperlichen Zustand voraus.

Haare sind Ausdruck von Attraktivität, Vitalität und Fruchtbarkeit. Sie tragen einen beachtlichen Teil zur Weiblichkeit bei. Dass ihr Wachstum von den gleichen Hormonen gesteuert wird wie die Fortpflanzung, scheint da kein Zufall. Zudem stellen Haare die Vergrößerung der Hautoberfläche dar und beeinflussen die Berührungssensibilität sehr zum Positiven. Raffinierterweise überziehen feine Duftstoffe die Haare mit einem dünnen Film - dadurch können sie ihre betörende Wirkung in noch größerem Maße entfalten. Vor allem Achsel- und Schamhaare sind mit zahlreichen Duftdrüsen umgeben und erfüllen die Aufgabe der Kommunikation mit den Mitmenschen somit besonders effektiv - ein genialer Kunstgriff der Natur, um die erotische Signalwirkung massiv zu erhöhen. Kurz gesagt: Menschen teilen einander ihre Paarungsbereitschaft mit Haut und Haaren mit. Haarausfall erzeugt nicht zuletzt aus diesem Grund großen Leidensdruck. Von krankhaftem Haarausfall sprechen Experten übrigens, wenn ein Verlust von mehr als 100 Haaren pro Tag zu verzeichnen ist.

Haare in der Schwangerschaft


Während der Schwangerschaft erreichen die Geschlechtshormone im weiblichen Körper ihre maximale Konzentration. Östrogen erneuert Haut und Haare und regt die Zellen an, sich schneller zu regenerieren. Außerdem verändert sich in dieser Zeit der natürliche Rhythmus des Haarwachstums. Die Wachstumsphase der Haare verlängert sich, was zu mehr Fülle führt. Kein Wunder, dass eine Schwangerschaft an den Haaren wahre Wunder wirkt. 
Unmittelbar nach der Geburt sinkt indes der Östrogenspiegel wieder und mehr Haare als gewöhnlich gehen gemeinsam in die Ruhe- und Ausfallphase über. Die Folge: Nach zwei bis vier Monaten fallen mehr oder minder gleichzeitig übermäßig viele Haare aus. Zum Trost: In den Haarfollikeln bilden sich bereits neue Haare, die über kurz oder lang zur Haarpracht werden.


Mangelerscheinungen statt Löwenmähne


Ernährungsbedingte Mangelsituationen können ebenfalls zu diffusem Haarausfall führen. So ist etwa Eisenmangel durch Blutverluste, wie er nach einer Geburt oder verstärkten Monatsblutungen auftritt, oft für schütteres Haar verantwortlich. Wird der erhöhte Eisenbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit nicht ausreichend gedeckt, kann dies ebenfalls zu Eisenmangel und seinen Folgen führen. Fleisch, Fisch und Vitamin-C-reiche Kost helfen, die Eisenspeicher wieder zu füllen. Übermäßiger Genuss von Kaffee oder Milchprodukten hingegen kann Eisenmangel noch verstärken
Biotin und die Vitamine des Vitamin-B-Komplexes sind für den Aufbau von Haaren und Nägeln erforderlich. Biotinmangel entsteht, wenn man exzessiv rohe Eier verzehrt, oder bei künstlicher Ernährung und gleichzeitiger Gabe von Antibiotika ... zum Glück eine eher seltene Kombination! Vor allem in den Wintermonaten und durch grobe Fehler in der Ernährung kann es zu Vitaminmangel unterschiedlicher Art und folglich Haarproblemen kommen. Vitamin-A-Mangel, aber auch eine Überdosis an Vitamin A verursachen beispielsweise ausgetrocknete Haut, Haarwachstumsstörungen und können ebenfalls zu Haarausfall führen. Viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind in ihrer Wirkung eng mit den anderen verwoben. So ergänzen einander Eisen, Kupfer und Vitamin C in ihrem Effekt auf das Haarwachstum, für das auch Aminosäuren unerlässlich sind. Bei Haarausfall macht ein genauer Blick auf den Speiseplan und gegebenenfalls eine Ernährungsumstellung also durchaus Sinn.
 

Stress

 
Jede Haarwurzel ist mit kleinen Muskeln versehen, die sensibel auf Temperaturänderungen reagieren und Härchen gerne mal zu Berge stehen lassen. Sie reagieren auch auf seelische Grundstimmungen und Stress. Doppelbelastungen wie Familie und Beruf können einem schon mal die Haare aufstellen. Aber nicht nur diese kleinen Muskeln zeigen an, wenn es für unser inneres Gleichgewicht haarig wird. Auch die Fettdüsen der Haarwurzel, die normalerweise ein nährendes Haaröl freisetzen, verringern unter Stress ihre Produktivität. Der körpereigene Schönheitssalon spart in der Not sein natürliches Kosmetikum ein. Besonders während einer Krankheit und bei Erschöpfungszuständen steht somit weniger von dieser biologischen Nährlösung zur Verfügung. Die Haare werden stumpf und struppig - "Bad Hair Days" sind angebrochen. 
Haare sind ein sichtbare Zeichen des Wohlbefindens. Sie unterliegen Stress und der Immunabwehr und teilen uns ihr Befinden über Glanz und Fülle mit. Am wohlsten fühlen sie sich, wenn wir in einem ausbalancierten Zustand leben. Denn Haare sind nicht nur harmoniesüchtig und hormonabhängig. Sie sind auch ganz schön kommunikativ. 

Hormonbedingter Haarausfall                                                          


In rund 60 Prozent sind Hormone an Haarausfall schuld.

a) Weibliche Geschlechtshormone

Durch einen Östrogen- und Progesteronabfall kommt es zu einer hormonellen Schieflage, die Haarausfall im Bereich des gesamten Kopfes zur Folge hat. Meist sind bei Betroffenen die Haare während der Schwangerschaft besonders schön, fallen nach der Entbindung aber gehäuft aus. Manchmal zeigt sich in der Biografie auch das hormonbedingte Ausbleiben der Menstruationsblutung - ein Hinweis darauf, dass es in den Wechseljahren vermehrt zu Haarausfall kommen kann.


b) Männliche Hormone                                                                         

Während die Haare im Gesicht und am Körper stärker zu wachsen beginnen, gehen sie bei hohem Androgenspiegel im Kopfbereich aus. Der Klassiker sind die "Geheimratsecken" genannten kahlen Stellen in den Stirnwinkeln und ein schütteres Areal am Hinterkopf.


c) Schilddrüsenhormone
                                                                                                      

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann es ebenfalls zu Haarausfall kommen. In diesem Fall sind die Augenbrauen und die Schambehaarung betroffen. Ebenso kann eine Überfunktion der Schilddrüse mit diffusem Haarausfall und dünnem Haar einhergehen.


d) Wachstumshormone                                                                                               

In seltenen Fällen ist das Wachstumshormon in Haarausfall involviert.


e) Anti-Baby-Pille

Empfängnisverhütende Pillen unterdrücken die Hormonproduktion im Eierstock, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Zwar werden zum Ausgleich des hormonellen Defizits über die Pille gleichzeitig Östrogene zugeführt, doch nicht immer erfolgreich. In diesen Fällen kann es im Haarwurzelbereich zu einem Östrogenmangel kommen. Die Folge: Die Haare fallen aus.


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