Tipps für die Wochenbettzeit

Tipps für die Wochenbettzeit
Foto: Panthermedia/FamVeldman / Author: Sarah Csokai


Die ersten Tage und Wochen nach der Geburt sind eine Zeit des Kennenlernens und des Sich-Gewöhnens an eine völlig neue Lebensphase - für Mutter und Baby. Im Zentrum sollten einzig Erholung, die Eltern-Kind-Beziehung und das Stillen stehen! Zehn Tipps von Petra Welskop, Präsidentin des Österreichischen Hebammen- Gremiums, um entspannt durchs Wochenbett zu kommen.


Tipp 1: Unterstützung durch eine Hebamme

Die Wochenbettzeit schließt unmittelbar an die Geburt des Babys an und dauert sechs bis enormer körperlicher, seelischer und sozialer Veränderungen für "frischgebackene" Mamis - ein neuer Lebensabschnitt beginnt. In der ersten Zeit zu Hause mit dem Baby treten oftmals Fragen und Unsicherheiten auf - Hebammen sind hier die idealen Ansprechpartner.

Hebammentipp: 

Nach einer Haus- oder ambulanten Geburt bzw. bei vorzeitiger Entlassung (vor dem 4. Tag nach der Entbindung) zahlen Krankenkassen Hebammenleistungen. Bei Wahlhebammen werden 80 Prozent des Kassentarifs erstattet. Eine Beratung durch eine Hebamme in der 18. bis 22. Schwangerschaftswoche ist im Mutter-Kind-Pass enthalten und wird vollständig von der Krankenkasse bezahlt. Bei diesem Termin können natürlich auch bereits Fragen zum Wochenbett gestellt werden!


Tipp 2: Sich Ruhe gönnen

Ursprünglich war das Wochenbett tatsächlich, was der Begriff besagt: eine Zeit, die die junge Mutter im Bett
verbrachte. Von der Großfamilie oder der Dorfgemeinschaft, konnte sie sich ganz auf sich, ihr Kind und das Stillen konzentrieren. Auch heute sollte man sich als frischgebackene Mami ausreichend Ruhe gönnen, um sich von den Anstrengungen der Geburt, des Stillens und der meist kurzen nächtlichen Ruhephasen zu erholen.

Hebammentipp: 

Nutzen Sie die Schlafphasen Ihres Babys, um sich selbst auszuruhen. Reduzieren Sie die Besuche und lassen Sie sich statt eines weiteren Spielzeuges Hilfe und Unterstützung im Alltag schenken!


Tipp 3: Gut versorgt mit Hygiene-Artikeln

Nach der Geburt hat jede Frau den sogenannten Wochenfluss. Der Körper scheidet Plazentareste, Blut und Schleim aus. Die Gebärmutter verheilt wieder. Wie lange der Wochenfluss dauert, ist individuell sehr unterschiedlich und reicht von zwei bis acht Wochen. Von Tampons raten Hebammen in dieser Zeit aus hygienischen Gründen ab. Das Wundsekret sollte abfließen können.


Hebammentipp:

In den ersten Tagen nach der Geburt ist der Wochenfluss in der Regel recht stark. Besorgen Sie sich Binden mit hoher Aufnahmefähigkeit.


Tipp 4: Tee geniessen

Hebammentipps: 

Wenn Sie stillen, sind Stilltees sehr hilfreich. Sie fördern die Milchbildung und sind gut gegen Blähungen. Nicht empfehlen sich hingegen Pfefferminz- und Salbeitees - beide reduzieren nämlich die Milchmenge. Für alle Mamis darüber hinaus gut: Tees, die die Entspannung fördern (z. B. Melisse)!


Tipp 5: Nachwehen –sanfte Hilfen

In den Tagen nach der Geburt plagen die Frau bisweilen Nachwehen. Sie unterstützen die Rückbildung der Gebärmutter und tragen dazu bei, die Blutung zu stillen.

Hebammentipp: 

Sollten die Nachwehen schmerzhaft sein, legen Sie sich ein warmes Kirschkernkissen auf den Bauch!


Tipp 6: Bindung zum Baby

Ungestörter Hautkontakt ist der natürlichste und innigste Weg, die Mutter-Kind-Beziehung zu stärken und den Stillbeginn zu ermöglichen (Bonding).

Hebammentipp:

Legen Sie sich während der Wochenbettzeit öfter mal mit Ihrem Baby hin. Lassen Sie es ausgezogen auf Ihrem Bauch liegen und genießen Sie den Hautkontakt!

glückliches Paar im Bett
Foto: Shutterstock/Hugo-Felix


Tipp 7: Partnerschaft und Sexualität

Der erste Sex nach der Geburt ist grundsätzlich möglich, sobald die Geburtsverletzungen verheilt sind und Sex wieder Spaß macht. Manche Frauen verspüren schon nach zwei Wochen wieder Lust auf ihren Partner, bei anderen kann es Monate dauern. Beides ist normal und völlig in Ordnung.

Hebammentipp:

Der Partner sollte sich bewusst sein, dass die Frau in der Wochenbettzeit aufgrund der hormonellen
Veränderungen sehr empfindsam ist. Daher benötigt sie eine besonders liebevolle und wertschätzende Behandlung und viel Nachsicht.


Tipp 8: Gut ernährt

Alles in Maßen, aber nicht hungern: So lautet die Devise in puncto Ernährung nach einer Geburt. Wenn Frau stillt, hat sie oft diverse Gelüste. Durch die Milchbildung ist der Kalorienbedarf erhöht. Gegen ein Stück Schokolade ab und zu spricht daher nichts. Tabu sind Alkohol und Rauchen. Bei Kaffee gilt: zwei Tassen pro Tag sollten reichen, die letzte nicht nach 16 Uhr.

Hebammentipp:

Behalten Sie die Ernährungsgewohnheiten bei, die sie vor der Geburt hatten. Verzichten sollten Sie nur auf Lebensmittel, von denen Sie wissen, dass Sie mit Blähungen reagieren (z. B. rohe Zwiebeln im Salat).


Tipp 9: Rückbildung

Der Körper der Frau hat im Regelfall neun Monate Zeit, sich auf die Geburt vorzubereiten. Danach braucht er mindestens ebenso lang für die vollständige Rückbildung. Rückbildungsgymnastik ist daher wichtig.

Hebammentipp:

Belegen Sie vier bis sechs Wochen nach der Geburt einen Kurs. In der Zeit davor sollten Sie sich in erster Linie schonen.


Tipp 10: Sanft abnehmen

Kurz nach der Geburt braucht frau nicht ans Abnehmen zu denken. Die Kilos purzeln oft von alleine, weil der Körper überflüssige Wassereinlagerungen ausscheidet, weil das nächtliche Aufstehen und Stillen Substanz kostet...  Sehr wohl kann es aber beispielsweise beim Abstillen notwendig sein, die Kalorienzufuhr zu drosseln, damit überflüssige Kilos schwinden.

Hebammentipp:

Wer hungert, dessen Nerven liegen meist blank. Für die neue kleine Familie wäre das belastend. Daher: Beim Abnehmen unbedingt langsam vorgehen, indem Sie etwa peu à peu mehr Bewegung in den Alltag integrieren.


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