Wild auf Milch? Heiß auf Eis?

Wild auf Milch?  Heiß auf Eis?
Foto: PantherMedia/oksun70


Wie alles begann...

Nein, Speiseeis ist bei weitem keine Erfindung der Neuzeit. Etwas Vergleichbares kannte man schon etwa 2500 Jahre vor Christus - damals allerdings verwendete man zur Herstellung Gletschereis oder Gletscherschnee, welches man mit Fruchtmark, Zimt, Honig oder Rosenwasser genießbar machte. Hippokrates und Alexander der Grosse beispielsweise schätzten Eis gleichermaßen, Hippokrates wendete es auch als Medizin an. Eis war jedoch nur der oberen Schicht vorbehalten. Erst im Mittelalter änderte sich diese Einstellung.


Um 1790 wurde in Amerika die erste Speiseeismaschine erfunden, die erste Speiseeisfabrik öffnete 1851 in Baltimore (USA). Die erste Eiscreme im heutigen Sinne wurde dann 1864 hergestellt. Doch erst die 1881 in Betrieb genommene Kältemaschine von Professor Carl von Linde brachte den endgültigen Durchbruch.
Die Entwicklung der Eiswaffel - wieder durch einen Amerikaner - war der Start für portioniertes Eis, welches 1923 durch das Patent für Eis am Stiel erweitert wurde. Der Durchbruch in Europa kam um 1930 - seitdem stieg die Eisherstellung beständig an.


Eis selbstgemacht

Das Wichtigste bei der Herstellung von Eis ist - natürlich - absolute Hygiene und Sauberkeit bei Geräten und Zutaten. Am besten, Sie legen sich eine Eismaschine zu, wenn Sie häufiger Eis selbst herstellen möchte. Sonst muss man die Masse in regelmäßigen zeitlichen Abständen ganz durchrühren, damit das Eis cremig wird. Die Zutaten zur Herstellung sollten immer gut gekühlt sein, dann geht die Zubereitung schneller. Bei der Verwendung von Eiern sollte man unbedingt auf absolute Frische der Eier achten. Es sollten nur reife und einwandfreie Früchte verwendet werden. Fertiges Eis hält sich in der Tiefkühltruhe einige Monate. An- oder aufgetautes Eis sollte nicht wieder eingefroren werden. Vor dem Servieren sollte das Eis für etwa zehn Minuten angetaut werden, damit es cremiger wird und sich die Aromastoffe besser entfalten können.

 

Frozen Joghurt

Verwenden Sie für die Zubereitung am besten griechisches Sahnejoghurt mit ca. 10 % Fettgehalt. Bei fettärmerem Joghurt besteht die Gefahr, dass es sich in der Eismischung separiert und eine Eisschicht bildet.

 

Joghurt-Früchte-Eis (4 Portionen):

300 g Früchte (z.B. Erdbeeren, Kirschen, Brombeeren, Heidelbeeren)
300 g Sahnejoghurt
50 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
Saft einer halben Zitrone

 

Die Früchte säubern, pürieren und dabei einige Stücke als Garnitur zur Seite stellen. Das Püree anschließend mit Joghurt, Zucker, Vanillezucker Zitronensaft verrühren. Die Masse umfüllen und einfrieren, dabei regelmäßig durchrühren. Das Eis mit den Früchten garnieren und servieren.


Semifreddo

bedeutet im Italienischen "halb kalt". Kulinarisch gesehen, bezeichnet dieses Wort jede teilweise gefrorene Süßspeise von Kuchen über Obst bis zur Eiscreme.

 

Semifreddo-Herzen mit Himbeeren:

250 g weiße Schokolade (geschmolzen)
5 große Eidotter
75 g Staubzucker
300 g frische Himbeeren
100 g weiße Schokolade (in Stücke gehackt)
300 ml Schlagobers
1 TL Vanilleextrakt

 

Schlagen Sie die Eidotter im heißen Wasserbad ca. 5 Minuten mit dem Handmixer zu einer sämigen, hellen Masse. Nehmen Sie die Schüssel vom Topf schlagen Sie die Masse weiter bis sie ausgekühlt ist. Ziehen Sie anschließend die Himbeeren, die geschmolzene Schokolade und die Schokoladenstücke vorsichtig unter die Eigelbmischung.  Schlagen Sie das Schlagobers mit dem Vanilleextrakt bis es weiche Spitzen bildet und ziehen es anschließend vorsichtig unter die Masse. Gießen Sie die Mischung in Silikonformen, decken die Oberfläche mit Folie ab und lassen es 3-4 Stunden gefrieren. Servieren Sie es mit frischen Himbeeren.
Tipp: Das Semifreddo kann auch in einer mit Folie ausgekleideten Kastenform bereitet und in Scheiben serviert werden.

 

Sorbet

Sorbet wird heute aus gesüßten Fruchtsäften hergestellt. Die Rührbewegung verhindert, dass die Eiskristalle zu groß werden und lässt stattdessen sehr kleine Kristalle entstehen. Sorbets lassen sich auch ohne Eismaschine herstellen - hier muss aber während des Gefriervorganges ständig gerührt werden.

 

Rhabarber-Ingwer-Sorbet (ca. 600 ml):

600 g Rhabarber
250 g Staubzucker
300 ml Wasser
2 cm geriebene Ingwerwurzel
Saft einer Zitrone

 

Schälen Sie den Rhabarber und schneiden ihn in kleine Stücke. Lassen Sie alle Zutaten in einem Topf ca. 5 min. lang köcheln, bis die Fruchtstücke weich sind.  Etwas auskühlen lassen und mit dem Pürierstab gut durchmixen. In der Eismaschine zu Sorbet rühren lassen oder per Hand während des Gefrierens alle 10-15 min gut durchrühren. Ca. 10 Minuten vor dem Servieren antauen lassen.
Tipp: Anstatt des Ingwers können auch 2 TL Zimt untergemischt werden.


Frucht-Granita

Eine Frucht-Granita ist eine Art Sorbet, besitzt aber eine weit gröbere Textur. Die Granita Mischung wird nicht in der Eismaschine gerührt, sondern von Hand zerkleinert. Bei dieser Methode entstehen natürlich größere, stärker strukturierte Kristalle. Zerkleinert wird die Masse mit Metallspateln oder einer Gabel.

 

Parfait

Parfait ist das französische Wort für "vollkommen". In Frankreich stellt man Parfait aus einer Kombination von Eiercreme, Schlagobers und aromatisierten Obstpüree her. Traditionell wird die Mischung dann in einer zylindrischen Parfaitform gefroren.


Tipps für ein kalorienbewusstes Schleckvergnügen:

Magermilch-, Joghurt- oder Fruchteissorten bevorzugen, da sie fett- und kalorienärmer sind. Eisbecher mit vielen frischen Früchten garnieren. Sie sind kalorienarm und liefern eine Extraportion Vitamine. Kalorienreiche Zusätze wie Schlagobers, Liköre und Schokosaucen weglassen oder durch Fruchtsauce oder Puddingcremen ersetzen. Sorbets sind aufgrund ihres hohen Wassergehalts relativ kalorienarm und somit eine leichte Alternative. Gefrorene Joghurt- und Topfencremen sind als Eisersatz ebenfalls sehr gut geeignet.


Melonen-Minze-Lutscher (ergibt 1,5 l):

150 g Staubzucker mit 150 ml Wasser und 30 g Minzeblättern 5 Minuten köcheln lassen und abseihen. Mit 1,2 kg entkernten Wassermelonestücken pürieren. Auskühlen lassen, in Eislutscherformen gießen und gefrieren lassen.

 

Für kleine Köche

Getränke selber mixen ist einfach und macht Spaß! Erklären Sie Ihrem Kind, wie der Mixer funktioniert und lassen Sie es experimentieren.

Milch-Mix-Getränke sind sehr nährstoffreich, daher sind sie eher flüssige Zwischenmahlzeiten und keine Durstlöscher. Diese Drinks sind wahre Kalziumbomben, wichtig für den Knochenaufbau Ihres Kindes.  Kalte Getränke sind nicht so belastend wie angenommen, wenn sie in kleinen Schlucken getrunken werden. Sie wärmen sich dann schon im Mund auf und kommen mit Körpertemperatur im Magen an.

 

Himbeer-Wölkchen:

100 g Himbeeren
1 kleine Kugel Himbeereis
50 ml Milch

 

Tintifax:

100 g Heidelbeeren
1 kleine Kugel Vanilleeis
150 ml Buttermilch
1 Prise Zimt

Mixen Sie alle Zutaten mit dem Pürierstab kurz durch.


Eis am Stiel:

Mit Plastik-Eisformen kann sich jeder sein Lieblingseis schnell selber machen: Einfach frische gepresste oder fertige Fruchtsäfte, Fruchtjoghurts, Puddings oder Cremen hineinfüllen.

Besonders dekorativ ist Regenbogen-Eis: Zuerst lässt man eine Schicht Saft anfrieren,  dann füllt man einen andersfarbigen Saft darüber und friert erneut. Vor dem Einfrieren Deckel mit den Stielen schließen und ca. 2 Stunden gefrieren lassen.

 

 

Literaturtipp:

"Lust auf Eis?" - Weltbild Verlag - ISBN 3-8289-1192-7

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