Schwangerschaftsbeschwerden - Sanfte Hilfe

Schwangerschaftsbeschwerden - Sanfte Hilfe
Foto: shutterstock/VGstockstudio / Author: Eva Sorantin


SCHWANGERSCHAFTSÜBELKEIT


Schlichtweg der Klassiker unter den Schwangerschaftsbeschwerden ist die Übelkeit, die von leichtem Unwohlsein bis zum Erbrechen reichen kann. Bei manchen Schwangeren beginnt sie schon mit der Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter. Einigen Frauen ist nur morgens übel, anderen den ganzen Tag über. Schuld daran ist wahrscheinlich das HCG-Hormon, das für das Gedeihen des Babys verantwortlich zeichnet. Die gute Nachricht: Übelkeit weist auf einen hohen HCGSpiegel hin - dem Baby geht es also gut. Nach der zwölften Schwangerschaftswoche ist der unangenehme Spuk bei den meisten Frauen vorbei. Aber Achtung: Ständiges Erbrechen über Wochen kann bereits ein frühes Vorzeichen einer Schwangerschaftsvergiftung sein und gehört daher unbedingt abgeklärt!

In leichteren Fällen, weiß Hebamme Traude Trieb, hilft Folgendes:
  • Am Abend eine Thermoskanne mit Pfefferminz- oder Fencheltee sowie Reiswaffeln, Kekse etc. bereitstellen und noch vor dem Aufstehen im Bett essen.
  • Da Unterzuckerung die Übelkeit fördert, sollte der Magen nie ganz leer sein. Nehmen Sie mehrere kleine und leicht verdauliche Mahlzeiten zu sich.
  • Homöopathische Arzneimittel sind hilfreich - lassen Sie sich beraten!
  • Akupunktur wirkt gegen massive Übelkeit. Manche Frauen schwören auf sogenannte "Seabands", die man in der Apotheke erhält. Sie sollen Akupressurpunkte am Handgelenk stimulieren.

NEWMOM-PRAXISTIPP:

Eiweißreiche Kost hat sich vielfach gegen Schwangerschaftsübelkeit bewährt. Grund könnte sein, dass Fleisch, Fisch, Käse, Milch und Vollkornprodukte das wasserlösliche Vitamin B6 enthalten, das der Körper schnell ausscheidet – was möglicherweise zu einem Vitamin-B6-Mangel führt. Lassen Sie sich vom Arzt eventuell ein geeignetes Vitaminpräparat verschreiben.

MÜDIGKEIT UND ENERGIELOSIGKEIT


Kein Wunder, dass so manche Schwangere ständig müde ist - ihr Körper vollbringt schließlich gerade Höchstleistungen! Gönnen Sie ihm zwischendurch ein wenig Ruhe. Wenn schon Kinder da sind, erweist es sich als sinnvoll, diese konsequent an eine "Mittagspause" zu gewöhnen. Während sich die Kleinen still beschäftigen, kann Mama rasten und Kraft tanken.

Hebamme Traude Trieb hat aber auch noch anderes parat:
  • Ätherische Öle aus Grapefruit, Pfefferminze, Rosmarin, Thymian und Zitrone sind in der Lage, den Kreislauf anzukurbeln und den Blutdruck zu harmonisieren. Sie wirken vor allem auch stimmungsaufhellend.
  • Täglich 30 Minuten Bewegung an der frischen Luft tun nicht nur gut, sondern freuen auch das Baby im Bauch.
  • Werden dem Körper fehlende feinstoffliche Mineralstoffe - die wichtigsten Gewebsmineralstoffe sind Ferrum phosphoricum, Natrium chloratum, Kalium phosphoricum, Magnesium, feinstoffliches Mangan - zugeführt, kommt er wieder ins Lot.
  • Kräuter: Tee aus Rosmarin und Thymian oder auch Grüntees wirken sehr anregend und stabilisieren auch den Kreislauf. Rote chinesische Datteln und die chinesische Angelikawurzel sind kräfteaufbauend und belebend.

NEWMOM-PRAXISTIPP:

Einfach gut und garantiert ohne Nebenwirkungen: schlafen! Oma, Freundin oder Babysitter organisieren und das Bedürfnis nach Ruhe hemmungslos stillen.


Schwangere Unwohl
Foto: shutterstock/g-stockstudio

Eine Schwangerschaft bedeutet nicht immer nur Sonnenschein.
Sorgen und Befindlichkeitsstörungen gehören leider auch dazu...

SODBRENNEN


Einerseits drückt das wachsende Baby immer mehr auf den Magen seiner Mutter, andererseits haben die Schwangerschaftshormone eine auflockernde Wirkung: Das führt dazu, dass sich der Muskel am Mageneingang nicht mehr optimal schließt und Magensäure zurück in die Speiseröhre fließt. Unangenehmes "Schlundbrennen" entsteht, bei dem im Unterschied zum eigentlichen Sodbrennen die gesamte Speiseröhre und nicht nur der Magen brennt.

Was dagegen hilft, weiß Hebamme Trieb:
  • Kauen Sie langsam ungeschälte Mandeln. Erst schlucken, wenn sie im Mund einen sämigen Brei gebildet haben. Nicht mehr als zehn Mandeln pro Tag essen, weil sie Blausäure enthalten.
  • Fette, scharfe und vor allem süße Speisen gilt es zu vermeiden. Auch Orangensaft und Kaffee verstärken Sodbrennen noch.
  • Akupressur hilft! REN 22 (= Ren Mai) suchen - der Punkt befindet sich im Grübchen am Beginn des Brustbeins, wo die beiden Schlüsselbeine aufeinandertreffen. Mit mittelfestem Druck zehn bis 15 Mal hinunter in Richtung Magen drücken.
  • Der Arzt kann ein Präparat zur Neutralisierung der Magensäure und zum Schutz der Speiseröhre verschreiben.

NEWMOM-PRAXISTIPP:

Das "beste" Mittel gegen Sodbrennen sind Milcheissorten, die eine beruhigende Wirkung auf die brennende Speiseröhre haben: Die Kälte fühlt sich im Hals angenehm an, Milch neutralisiert die Magensäure. Neutralisierend wirken auch gekochte Erdäpfel. Beim Schlafen auf eine leichte Erhöhung des Oberkörpers achten!

SCHWERE BEINE

In der Schwangerschaft wird vermehrt Blut durch die Gefäße transportiert. Zusätzlich machen Schwangerschaftshormone die Gefäßwände dehnbarer. Diese Situation begünstigt den Rückstau von Blut in den Beinvenen, was schwere Beine zur Folge hat, aber auch bis hin zu Krampfadern führen kann.

Ein paar einfache Maßnahmen bringen deutliche Linderung:
  • Ziehen Sie vom Arzt verordnete Stützstrümpfe bereits im Bett vor dem Aufstehen an – noch bevor das Blut in die Beine absacken kann.
  • Langes Stehen und Sitzen, vor allem mit überkreuzten Beinen, vermeiden.
  • Badewanne mit kaltem Wasser füllen und mindestens fünf Minuten im Storchengang in der kalten Badewanne auf- und abgehen. Auch so lässt sich’s kneippen!
  • Gönnen Sie den Beinen viel Bewegung: spazieren gehen, Rad fahren etc.
  • Topfenwickel: 250 Gramm Magertopfen (pro Bein) daumendick zwischen zwei doppelten Lagen Küchenrolle verpacken, auf das Bein legen und mit einer Bandage fixieren. Mindestens 60 Minuten einwirken lassen.

NEWMOM-PRAXISTIPP

Schwimmen ist ein wahres Wundermittel gegen schwere Beine. Die Kombination aus kühlem Wasser und Bewegung in relativer Schwerelosigkeit bietet Erholung für die Beine.

VERSTOPFUNG UND DARMTRÄGHEIT


Die Wirkung der Schwangerschaftshormone macht auch vor dem Darm nicht halt, das Ergebnis: Nichts geht mehr.

Damit sich im Bauch nicht nur das Baby bewegt, empfiehlt Traude Trieb:
  • Trinken Sie mindestens zwei bis drei Liter pro Tag.
  • Spezialrezept für einen aktiveren Darm: Zwei Dörrzwetschken oder Feigen in einem halben Liter Wasser köcheln lassen. Auskühlen lassen und vor dem Frühstück trinken, die Zwetschken oder Feigen gut und lange kauen.

NEWMOM-PRAXISTIPP

Lassen Sie sich vom betreuenden Arzt Magnesium verschreiben, um den Darm in Schwung zu bringen. Manchmal mangelt es daran.

Ob Sodbrennen, Müdigkeit oder Darmträgheit: Gegen alle Beschwerden ist ein Mittel gewachsen, das Sie auch in der Schwangerschaft bedenkenlos anwenden können. Und schließlich ist es mit den Schwangerschaftsbeschwerden spätestens nach 40 Wochen vorbei.


WEITERFÜHRENDE INFOS:

Hebamme Traude Trieb aus Teesdorf in Niederösterreich vertreibt ihre eigene Produktlinie.
Infos über sie und ihre Produkte unter: www.hebamme-traude-trieb.at oder in ihrem Buch "Lust am Gebären".

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