Schwangerschaftstest positiv - Was darf ich?

Schwangerschaftstest positiv - Was darf ich?
Foto: PantherMedia/jmguyon / Author: Katharina Wallner


Ein Strich erscheint am Schwangerschaftstest ... und plötzlich wirft der Alltag ganz viele neue Fragen auf: Was darf ich essen? Wie ist es mit Sport? Und kann ich noch auf Urlaub fahren? Werdende Mütter möchten alles richtig machen, klar: Die Verantwortung für das ungeborene Wesen in ihrem Bauch ist groß!

Luna steht aufgeregt im Bad. Ungeduldig zählt sie die Sekunden: Verfärbt sich der Indikatorstreifen auf dem Schwangerschaftstest nun und verkündet ihr: "Du bist schwanger"? Oder tut er es nicht? Die Zeit scheint stillzustehen ... Und dann, endlich, die Gewissheit: Ja, schwanger!

FRAGEN ÜBER FRAGEN


Noch bevor sie ihr Glück fassen kann, rattern unzählige Fragen durch Lunas Kopf: "Darf ich nun meinen Frühstückskaffee trinken? Können wir wie geplant in den Urlaub fliegen? Und hätte ich gestern Abend beim Japaner vielleicht zurückhaltender sein sollen?" Luna wirft einen Blick in den Spiegel: "Ich sehe müde aus, und meine Haare haben ein wenig an Glanz verloren." Unübersehbar auch der aschblonde Haaransatz, der
dringend nach einem Friseurbesuch verlangt. "Haarefärben kommt nun", denkt Luna, "wohl nicht infrage!"

HAARE FÄRBEN


"Mach dich hübsch, Luna, fühl dich wohl in deinem Körper und genieße deine Schwangerschaft", wollen wir ihr zuflüstern. Was Lunas Haare betrifft: Keine wissenschaftliche Untersuchung belegt, dass das Haarefärben dem Ungeborenen einen Schaden zufügen könnte. Da aber von Haarfärbemitteln seit Langem bekannt ist, dass sie Allergien auslösen, und die Chemikalien durch die Kopfhaut in den mütterlichen Kreislauf gelangen - somit auch im Fettgewebe des Kindes und in der Muttermilch nachweisbar sind -, sollte man im sensiblen ersten Schwangerschaftsdrittel besser die Finger davon lassen. Zum Haarefärben eignen sich auch Naturfarben sehr gut, die ohne chemische Wirkstoffe die gewünschte Optik bringen!

KOFFEIN


Freudestrahlend sitzt Luna mit ihrem positiven Schwangerschaftstest nun am Frühstückstisch, als sich die Frage von vorhin wieder aufdrängt: "Kaffee, ja oder nein?" Ja, in Maßen genossen stellt Kaffee kein Problem dar. Entscheidend ist die Menge des Koffeins, das Schwangere zu sich nehmen und über den Mutterkuchen an das Baby weitergeben. 300 mg sollten es maximal pro Tag sein.
Aber: Koffein ist nicht nur in Kaffee enthalten, sondern auch in schwarzem Tee, Cola, Energydrinks und sogar in Schokolade. Auf Nummer sicher geht, wer maximal vier Tassen Kaffee oder Schwarztee zu sich nimmt und den Konsum an Energydrinks einschränkt. Alternativ bieten sich koffeinfreier Kaffee und grüner Tee an.

ROHE PRODUKTE


Luna streicht sich ein Butterbrot, ihre Gedanken kreisen nun um das Essen vom Vorabend. "Hätte ich bloß keine Sushi gegessen!", machen sich Gewissensbisse breit. Roher Fisch, rohes Fleisch und Rohmilchkäse können tatsächlich eine Infektionsquelle sein - aber nur, wenn sie von Keimen besiedelt sind. Das ist
vor allem dann der Fall, wenn die Ware nicht frisch ist, bei der Zubereitung nicht sauber gearbeitet wurde oder eine Unterbrechung der Kühlkette dazu führt, dass die Lebensmittel
verderben. Da man Keime nicht mit freiem Auge sehen kann und das Restrisiko einer Listerienoder Toxoplasmoseinfektion immer bestehen bleibt, wird in der Schwangerschaft generell empfohlen, nur gut erhitzte Fleisch- oder Fischspeisen zu verzehren und vorsichtshalber auf Rohmilchprodukte zu verzichten. Generell gilt: Eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft ist eine wertschätzende Geste dem eigenen Körper gegenüber und die erste fürsorgliche Interaktion mit dem ungeborenen Kind!

REISEN


Luna hat Flugzeuge im Bauch. Mehr und mehr beginnt sie zu realisieren, dass sie in ein paar Monaten ein Baby im Arm halten wird. Ein Sommerkind! Ihre Gedanken schweifen in die Zukunft ab ... Apropos Sommer und Flugzeuge: Da wäre ja der Urlaub in den Süden, der bereits gebucht ist. Aber: "Dürfen wir noch fliegen?" Grundsätzlich gibt es keine Bedenken dagegen. Sauerstoffmangel ist dank der Druckkabine nicht zu erwarten, und die geringe Strahlenbelastung ist ebenfalls vernachlässigbar. Zur Vermeidung von Thrombosen sollten Schwangere auf Langstreckenflügen aber Stützstrümpfe tragen, viel trinken, immer wieder aufstehen und herumgehen. Gedanken sollte man sich vor dem Reiseantritt aber über die Hygiene im Urlaubsland, mögliche medizinische Versorgungsengpässe und empfohlene Impfungen machen. Außerdem behalten sich manche Fluglinien vor, Schwangere nur bis zur 35. Schwangerschaftswoche mitzunehmen. Unbedingt abklären, bevor man abhebt!


ABSOLUTE TABUS


Viele Sorgen sind zerstreut. Aber natürlich gibt’s auch absolute No-Gos für Schwangere: Rauchen, Alkohol und Drogen sind in der Schwangerschaft tabu! Sie stellen ein großes Risiko für das Kind dar und müssen sofort aus dem Leben gestrichen werden. Von Süchten loszukommen ist nicht einfach und bedarf manchmal auch professioneller Hilfe. Das Wissen, Mutter zu werden, ist aber oft der Wendepunkt, diesen wichtigen Schritt in eine neue Richtung endlich machen zu können!


SPORT IN DER SCHWANGERSCHAFT


Luna liebt Bewegung - zum Spannungsabbau, um sich zu ordnen und zum Ausgleich. Genau das braucht sie auch jetzt. Doch bevor sie noch über ihre Sportschuhe stolpert, stolpert sie schon über die nächste Frage: "Darf ich überhaupt weiter Sport betreiben?" Ja, Sport ist sogar sehr gut. Er aktiviert den Kreislauf, lindert Schwangerschaftsbeschwerden und macht fit für die Geburt. Wichtig ist es aber, Sportarten zu wählen, die ein geringes Verletzungs- und Sturzrisiko aufweisen und bei denen es zu keinen starken Erschütterungen kommt. Lockeres Laufen, Schwimmen und Yoga sind beispielsweise unbedenklich. Auch gilt es, den Körper vor Überanstrengung und Überhitzung zu schützen und auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.
Alles paletti! Luna läuft los, und sie hat nur ein Ziel: Sie möchte zu ihrem Schatz, um ihm rasch die freudige Nachricht vom gemeinsamen Baby zu überbringen ...



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