Ab jetzt gibt's Brei!

Ab jetzt gibt's Brei!
Foto: shutterstock/Oksana Kuzmina


Zwischen 5. und 6. Lebensmonat treten diese "Symptome" meist deutlich auf. Die ersten 4 Monate sollte einem eventuellen Drang besser nicht nachgegeben werden. Das Verdauungssystem wäre zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich überfordert, was in Unverträglichkeiten aller Art münden kann. Fläschchenkinder sollten bereits zu Beginn des 5. Monats starten, Stillkinder können sich weitere 8 Wochen Zeit für die Neuorientierung lassen. 

Dieses ist der erste Streich ...

Bereits die ersten Versuche sind wohl überlegt. Die Tageszeit richtet sich ganz nach dem Kind - wann ist es ausgeschlafen, wann nicht nahe am Verhungern. Das Lätzchen ist bereit gelegt, der Löffel ausgepackt. Was aber soll es eigentlich geben? Gut angenommen, weil leicht süß im Geschmack, wird feinstes Püree aus Karotten, Kürbis, Pastinake oder Zucchini. In der nächsten Woche darf etwas Kartoffel dazu kommen. Und wieder eine Woche darauf ist erstmals Fleisch auf dem Speiseplan. Für jedes neue Lebensmittel sollte man sich mindestens fünf Tage Zeit lassen, um ev. Reaktionen besser zuordnen zu können.

 

KaKaHuhn-Brei:

  • 100 g Karotten
  • 1 Kartoffel
  • 20 g Hühnerfleisch
  • 1 TL Öl
  • etwas Wasser nach Bedarf

Alle Zutaten klein schneiden, in etwas Wasser dünsten, pürieren und Öl unterrühren.


Jeden Tag Kleinstmengen zuzubereiten ist aufwändig, mühsam und überhaupt nicht notwendig. Bereiten Sie einfach größere Mengen vor und frieren sie portionsweise ein. Im Kühlschrank gelagert, sind die Breie auch noch am nächsten Tag gut zu verwenden.

 

Selbst gekochte Mahlzeiten sind von Vorteil,
... wenn frische Zutaten verwendet werden
... diese möglichst aus biologischem Anbau, d.h. mit wenigen Schadstoffen belastet sind
... weil sie weniger Abfall verursachen
... weil sie besser auf individuelle Verträglichkeiten und Vorlieben eingehen können
... weil sie nicht standardisiert sind und jedes Mal ein wenig anders schmecken

 

Und die zweite (Mahlzeit) kommt sogleich ...

Rund einen Monat nach den ersten Versuchen nähert sich Getreide den kindlichen Geschmacksknospen. Die Verwendung von Flocken hat sich in der Babynahrung am besten bewährt - sie lassen sich besonders schnell und einfach verarbeiten. Bis zum Ende des 8. Monats sollten Sie allerdings auf glutenhaltiges Getreide noch verzichten. Verwenden Sie daher lieber Reis-, Mais- oder Hirseflocken. Auch fertig gepuffter Amaranth ist eine gute Alternative.   

 

Hirse-Marillen-Creme:

  • 20 g Hirseflocken
  • 2 enthäutete reife Marillen
  • 200 ml Wasser
  • 1 TL Butter

Marillen sehr klein schneiden und gemeinsam mit den Flocken in Wasser aufkochen und ausquellen lassen. Butter hinzugeben und fein pürieren.

Getreide-Obst-Breie
eignen sich hervorragend, um den langen Nachmittag besser zu überbrücken. Sie können auch gut für unterwegs vorbereitet, warm und kalt gegessen werden.

Spätestens mit dem Einführen der Getreidemahlzeit, sollte zusätzliche Flüssigkeit angeboten werden. Die wirklich getrunkene Menge ist anfangs allerdings noch sehr gering. Die besten Durstlöscher sind Leitungswasser oder ein stilles Mineralwasser speziell für Babys. Auch ungesüßter Kräutertee mit Fenchel, Anis und Kümmel kann für Abwechslung sorgen. Steigen Sie dazu am besten auf einen Trinklernbecher oder gleich aufs Glas um. Das Fläschchen sollte (zumindest tagsüber) der Milchmahlzeit vorbehalten sein.

 

Die dritte Mahlzeit folgt sodann ...

Nach weiteren 4-5 Wochen wird eine weitere Still- oder Fläschcheneinheit ersetzt bzw. aufgewertet. Meist wird der Getreide-Milch-Brei als Abendmahlzeit gegeben, um ruhige Nächte zu gewährleisten. Aber Achtung: auch in diesem zarten Alter nicht aufs Zähneputzen vergessen!

 

Polenta mit Apfel-Kürbis-Mus:

  • 20 g Polenta (Maisgrieß)
  • 200 ml Wasser
  • 1 halber Apfel
  • 50 g Kürbisfleisch
  • Milchpulver entsprechend 200 ml Wassermenge (lt. Verpackung)
  • 1 TL Öl

Apfel und Kürbis klein schneiden, mit Polenta und Wasser aufkochen, pürieren und ausquellen lassen. Wenn die Masse etwas abgekühlt ist, Milchpulver und Öl darin verteilen.
Tipp: Bei noch gestillten Kindern das Milchpulver weglassen und dafür an der Brust nachtrinken lassen.

Von der Verwendung von Kuhmilch sollte im ersten Jahr noch Abstand genommen werden. Der hohe Eiweißgehalt belastet die unreifen Nieren. Neben Milchprodukten haben auch folgende Lebensmittel ein hohes Allergiepotential und werden besser erst nach dem ersten Geburtstag ausprobiert: Hühnereiweiß, Fisch, Nüsse, Soja, Honig, Schokolade, Zitrusfrüchte, aber auch Weizen und Tomaten.

Erhöhte Vorsicht ist bei Säuglingen geboten, bei dessen Eltern oder Geschwistern bereits Allergien vorhanden sind. Je mehr Familienmitglieder betroffen sind, umso eher steigt das Risiko. Die Palette an neuen Nahrungsmitteln sollte daher anfangs eher klein gehalten werden. Eine wirkliche Garantie auf Erfolg haben Sie damit aber leider nicht. Ermutigend ist jedoch, dass sich viele Unverträglichkeiten oft nach zwei bis drei Jahren verlieren.

Was die vierte Mahlzeit kann ...

Für die kleine Jause zwischendurch muss nicht aufwändig gekocht werden. Ihr Kind ist nun rund ein dreiviertel Jahr alt und kann erste Kontakte zu frischem, rohem Obst bekommen. Bleiben Sie mit der Auswahl möglichst in der aktuellen Jahreszeit, dann ist nicht nur der Geschmack am besten, sondern auch die Schadstoffbelastung durch den Transport gering.

Besonders gut geeignet sind Melone, Birne, Apfel, aber auch diverse Beerenfrüchte, Marillen oder Pfirsiche werden gerne durchprobiert.
In handliche Stücke geschnitten und mit einer Babygabel bewaffnet, dürfen die süßen Teile durchaus schon von den Kleinen alleine aufgespießt und gegessen werden. Die Selbstständigkeit und Motorik Ihres Kindes wird so ganz natürlich gefördert.

 

Bei der Fünften ist schon alles getan

Zumeist wird als letzte Mahlzeit das Frühstück ersetzt. Die Milchnahrung kann nun schon aus dem Becher getrunken oder noch genüsslich aus Mutters Reservoir gesogen werden. Dazu oder danach passt wunderbar folgendes Früchtebrot:
Feines Roggenbrot wird mit Butter bestrichen und mit weichen Obstscheiben nach Saison belegt. Das schmeckt allen Familienmitgliedern!

Die Essensmenge richtet sich ganz nach dem Hunger der Kleinen. Mal ist es mehr, mal wieder ganz wenig. Lassen Sie Ihr Kind spüren, dass Essen nicht nur satt werden bedeutet, sondern auch Freude und neue Eindrücke bringen. Die Basis für einen genussvollen Umgang mit Nahrung ist so ganz sicher gelegt.

 


Buchtipps:

"Essen und Trinken im Säuglingsalter"; Mag. Ingeborg Hanreich,
ISBN 978-3-901518-00-3; Euro 16,50

"Rezepte und Tipps für Babys Beikost"; Mag. Ingeborg Hanreich,
ISBN 978-3-901518-08-9; Euro 19,90