Blähungen bei Babys

Blähungen bei Babys
Foto: shutterstock/Mariia Masich / Author: Sarah Csokai


Wenn Ihr Baby brüllt und sich vor Schmerzen windet, ist oftmals Blähungen die Ursach - vor allem in den ersten Lebenswochen. Linderung bei den sogenannten Drei-Monats-Koliken ist allerdings möglich. Ob Kirschkernkissen, Wärme oder Tropfen: "NEW MOM" hat die besten Tipps für Sie parat!

Der Bauch zwickt, das Baby schreit herzzerreißend ... und das oft stundenlang. Gerade in den ersten Monaten leiden Säuglinge - Buben sind eher betroffen als Mädels - häufig unter Blähungen. Das liegt vermutlich daran, dass ihr Magen-Darm-Trakt einerseits noch sehr anfällig ist und dass sie andererseits beim Trinken unwillkürlich Luft schlucken. Zwar legen sich die Blähungen bei den meisten Babys nach dem vierten Monat glücklicherweise von selbst - weshalb man auch von "Drei-Monats-Koliken" spricht.

Bis dahin tut jedoch Hilfe Not! Wenn Sie die folgenden neun Tipps befolgen, sollte Ihr Baby bald nicht mehr "vom Winde verweht" sein. Falls sich die Blähungen nicht eliminieren lassen, üben Sie sich in Geduld. Spätestens nach drei Monaten wird der Spuk vermutlich vorüber sein ...

1.Tipp: Gesunde Rülpser

Je hastiger ein Baby trinkt und je weniger gut es dabei Mamas Brustwarze oder den Fläschchensauger im Mund hat, desto eher wird es Luft verschlucken. Abhilfe schafft ein "Bäuerchen" während der Trinkmahlzeiten oder danach: Denn durch das Rülpsen entweicht die geschluckte Luft.

Doch wie kann das Kleine dazu animiert werden? Traude Trieb, Hebamme in Tattendorf, rät: "Streicheln Sie mit kreisenden Bewegungen sanft die Fontanelle des Babys; oder lehnen Sie es zwischendurch an Ihre Schulter und klopfen Sie sanft auf seinen Rücken".

2. Tipp: Entspannende Bauchmassage

Eine sanfte Bauchmassage mit leicht erwärmtem Kümmelöl oder einer Windsalbe bringt Linderung für Babys harten Bauch. Wichtig: immer im Uhrzeigersinn massieren, damit nicht versehentlich wieder Luft in den Darm zurückmassiert wird. "Bitte ausschließlich hochwertigste Öle aus kontrolliert biologischem Anbau verwenden", betont Hebamme Trieb. So wirkt beispielsweise "Ringelblumenöl als Basisöl wunderbar erwärmend".

3.Tipp: Heilende Tees

Bewährt haben sich auch Tees mit Fenchel, Anis oder Kümmel fürs Baby. Für stillende Moms bietet sich ein Stilltee aus Apotheke oder Drogerie an. "Achtung jedoch bei Frauen mit viel Milch", warnt die Hebamme, "denn die Samenkörner wirken auch anregend auf die Milchbildung!" Wird das Baby nicht gestillt, kann die Babynahrung mit dem Tee angerührt werden.

4.Tipp: Wohltuende Wärme

BabyWärme entspannt den geplagten Babybauch. Legen Sie beispielsweise eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf oder baden Sie Ihr Baby in warmem Wasser. "Auch ein Fön wirkt wahre Wunder", weiß Traude Trieb aus der Praxis: "Einfach dem angezogenen Baby auf den Bauch fönen".

5. Tipp: Blähungstreibende Tropfen

Auch in der Apotheke gibt es Hilfe gegen Blähungen: Spezielle Präparate für Babys in Tropfenform (sogenannte Entschäumer) setzen Luft aus der Nahrung frei. Von Ärzten und Hebammen werden meist Lefaxin- oder Sab-Simplex-Tropfen empfohlen. Am besten ausprobieren - individuell kann das eine oder das andere Mittel besser wirken. Die Tropfen sollten während oder nach der Stillmahlzeit bzw. direkt ins Fläschchen gegeben werden.

6.Tipp: Milch richtig behandeln

Achtung bei Fläschchen: Es kommt nämlich auch auf die Zubereitung der Nahrung an! Wenn Sie - gemäß Gebrauchsanweisung - abgekochtes Wasser mit dem Milchpulver schüttelnd vermischen, sollten Sie das Fläschchen danach noch mindestens zehn bis 15 Minuten stehen lassen, damit sich die untergemischte Luft absetzen kann. Statt die Flasche zu schütteln, können Sie sie auch nur vorsichtig schwenken. Nie die Schaumkrone mitfüttern!

7.Tipp: Leicht verdaulich

Manche Moms schwören auf Spezialnahrung für Babys mit Blähungen und Koliken, die in Apotheken erhältlich sind, beispielsweise Novalac. Sie haben einen reduzierten Laktosegehalt und sind dadurch leicht verdaulich - allerdings sollten sie dem Kind nur in Absprache mit dem Arzt oder einer Hebamme gegeben werden.

8.Tipp: Homöopathie

Gegen Blähungen und Koliken haben sich auch homöopathische Arzneien bewährt, unter anderem Carbo vegetabilis (bei langsamer Verdauung, geblähtem Bauch, übel riechenden Winden), Chamomilla (bei sehr temperamentvollen Kindern, Neigung zu Durchfall) und Colocynthis (bei anfallsartig auftretenden dramatischen Schmerzen, die sich in Bauchlage bessern). Ebenfalls hilfreich: Wala-Kümmelzäpfchen oder Viburcol-Zäpfchen bei Unruhe und Fieber.

9. Tipp: Bitte tragen

Last but not least hilft natürlich das Tragen des Babys, etwa mit einem Tragetuch. Durch die Bewegungen, die man dabei macht, beruhigt sich das Baby, mitunter scheinen sich auch die Blähungen zu lösen. Besonders beliebt bei vielen Blähboys und Blähgirls ist die "Fliegerstellung" - dabei wird das Kleine bäuchlings auf dem Unterarm getragen.

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