Entspannte Stillpositionen

Entspannte Stillpositionen
Foto: shutterstock/taramara78 / Author: Sarah Csokai


Ob im Sitzen, Liegen, Stehen oder Herumgehen, ob auf einem Still- oder einem normalen Sessel, auf der Couch, im Bett: Stillen ist fast in jeder Lage möglich. Die gewählte Position sollte vor allem eines sein: gemütlich für Mama und Baby!

Alles eine Frage der Übung... über die Neo-Mamas in den ersten Tagen nach der Geburt noch nicht verfügen. Vielen ist es daher anfangs noch lieber, ihr Neugeborenes immer in der gleichen Körperhaltung zu stillen. Sobald sich beim Anlegen des Kleinen aber eine gewisse Routine eingestellt hat, werden meist auch andere Stillhaltungen ausprobiert. Das hat durchaus Vorteile: "Wenn Sie Ihr Baby nicht immer in derselben Haltung stillen, beanspruchen seine Zunge und sein Kiefer die Haut der Mamille beim Saugen nicht immer am selben Fleck", erklärt Vivian Weigert, Expertin für Säuglingsfragen und Sachbuchautorin aus München (siehe Buchtipp). "Auch massiert das Kinn des Babys mal hier und mal dort. Die Haut wird weniger einseitig beansprucht, alle Milchgänge werden gleichmäßig geleert, und so kann sich kein Milchstau bilden".


BABY ZUR BRUST, NICHT BRUST ZUM BABY

Wichtig ist: Ihr Baby benötigt eine Haltung, in der es die Brust gut erfassen und ungehindert trinken kann. Für alle Stillpositionen rät Birgit Laue, Hebamme und Sachbuchautorin in Nordbayern (siehe Buchtipp), daher: "Ihr Baby sollte so liegen oder gehalten werden, dass sein gesamter Körper Ihrem Körper zugewandt ist. Ohr, Schulter und Hüfte Ihres Babys bilden eine Linie, und Ihr Kind kann Ihre Brust anschauen, ohne den Kopf drehen zu müssen. Der Mund Ihres Kindes befindet sich vor der Brustwarze. Beim Anliegen führen Sie immer Ihr Baby zu Ihrer Brust, nicht umgekehrt Ihre Brust zu Ihrem Kind. Wichtig ist auch, dass Sie und Ihr Baby sich in der jeweils gewählten Position wohlfühlen, denn jegliche Form der Anspannung behindert den Milchfluss".

STILLPOSITIONEN

Ob Seiten- oder Rückenlage, ob Wiegengriff oder Hoppe-Reiter-Stellung: Grundsätzlich sind Ihrer Fantasie beim Anlegen keine Grenzen gesetzt - solange Ihr Baby in der von Ihnen gewählten Position gut trinken kann. Kaum haben Sie es sich versehen, fühlen Sie sich sicherer im Umgang mit Ihrem Liebling. Und bald sind Sie Expertin darin, wie das Stillen für Sie und Ihr Baby je nach Lage am schönsten und bequemsten ist!


DIE 5 GÄNGIGSTEN STILLPOSITIONEN


Stillen liegen - Seitenlage
Foto: Kösel Verlag
Stillen im Liegen ist gemütlich - besonders nachts ist das die ideale Stillposition!

Stillen in Seitenlage 

Besonders bequem finden viele frischgebackene Mütter das Stillen im Liegen. Vor allem nachts - schließlich müssen sie so nicht aus dem warmen Bett und können anschließend gleich weiterschlafen. Stützen Sie Ihren Rücken mit einem Stillkissen oder einer zusammengerollten Decke gut ab. Unter den Kopf können Sie sich einen festen Polster legen. Sie sollten Ihr Baby entspannt anschauen können. Das Kind liegt ebenfalls in Seitenlage, eng an Ihrem Körper. Stützen Sie den Rücken des Kleinen mit der Bettdecke etwas ab, damit es während des Nuckelns nicht auf den Rücken rollt.


Stillen Rückenlage

Rückenlage

Richten Sie Ihren Oberkörper mit Pölstern im Rücken so weit wie möglich auf. Auch unter Ihre Kniekehlen bzw. unter die Oberschenkel können Sie einen Polster stecken - dann bleibt Ihre Bauchmuskulatur schön entspannt. Das Baby legen Sie nun an wie im Sitzen, beispielsweise also in der Wiege- oder Seitenhaltung.


Stillen Wiegengriff
Foto: Kösel Verlag
Bringen Sie ihr Baby zur Brust und nicht die Brust zum Baby


Wiegengriff

In dieser klassischen Stillposition liegt ihr Zwerg entspannt in Ihrem Arm. Trinkt das Baby an der rechten Brust, liegt es auf seiner linken Seite, das Köpfchen in ihrer rechten Ellenbeuge. Mit der rechten Hand stützen Sie seinen Rücken ab. Sie können Ihren rechten Arm mithilfe eines Polsters in der richtigen Höhe halten. Der Ellbogen sollte gut abgestützt sein, damit Ihre Schulter locker bleibt. Mit der linken Hand heben Sie nun Ihre rechte Brust etwas an. Nachdem das Baby "angedockt" hat, haben Sie diese Hand frei, um vielleicht selbst etwas zu essen oder zu trinken.


Stillen in Seitenhaltung
Foto: Shutterstock/Oksana-Kuzmina
Mit häufigem Stillen in der Seitenhaltung beugen Sie einem Milchstau vor

Seitenhaltung (Rückengriff)

Ihr Liebling liegt nicht vor Ihnen, sondern auf Pölstern an Ihrer Seite, seine Beinchen zeigen zu Ihrem Rücken. Trinkt das Kleine an der linken Brust, liegt sein Köpfchen in Ihrer linken Hand. Sein Rücken wird von Ihrem linken Unterarm gestützt, sein Po ruht auf einem Polster zwischen Ihrem Ellbogen und Ihrer Seite, praktisch unter Ihrer Achsel. Mit Kissen können Sie auch Ihren Arm und Ihre Hand abstützen.

Hoppe-Reiter-Sitz

Diese aufrechte Stillposition ist sehr hilfreich, wenn Sie einen ausgeprägten Milchspendereflex haben. Denn dann ist es für das Kind oft gar nicht so einfach, mit dem starken Milchfluss klarzukommen. Setzen Sie sich Ihr Kleines so auf den Schoss, dass seine Beinchen rechts und links von Ihrem Körper sind. Es schaut Sie nun an. Kleinere Kinder können bei Bedarf mit einem Polster auf die richtige Höhe zur Brust gebracht werden. Falls nötig, können Sie den Kopf Ihres Babys leicht nach hinten neigen, um es in eine gute Ansaugposition zu bringen.


B U C H T I P P S :

STILLEN, das Begleitbuch für eine glückliche Stillzeit
Von Vivian Weigert
Kösel Verlag
ISBN 978-3-466-34558-8
Euro 15,40


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