Kindersitze - was man beachten sollte!

Kindersitze - was man beachten sollte!
Foto: ÖAMTC / Author: Eva Sorantin


Der wichtigste Gegenstand, den Sie Ihrem Kind jemals kaufen werden? Das ist der Auto-Kindersitz, den dieser kann sein Leben retten! Was aber nützt das sicherste Modell, wenn es nicht richtig verwendet wird? Daher: 13 lebenswichtige Tipps zum Thema Kindersitz.

Die traurige Wahrheit: Immer noch sind drei von fünf Kindern im Auto nicht richtig gesichert. Und das mit oft verheerenden Folgen. Während die Eltern in der ersten Sitzreihe neben Gurt, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer auch noch mehrere Airbags und eine aktive Kopfstütze zum Schutz haben, hängt das Überleben ihrer Kinder im Ernstfall von einer einzigen Einrichtung ab: dem korrekt eingebauten Kindersitz.

Kindersitz je nach Alter

"Ein Kind braucht in seinem Leben drei Kindersitze", erklärt die Kindersitz-Expertin Anne Holtkamp vom Kindersitzfachhändler "Die Zwergperten". Die neue "i-Size"-Regelung orientiert sich auch an der Größe des Kindes und nicht mehr allein am Gewicht.
  1. Bis zum Alter von 15 Monaten müssen aber grundsätzlich alle Kinder in einem i-Size- Kindersitz gegen die Fahrtrichtung sitzen.
  2. Anschließend braucht der Sprössling einen Gruppe-I-Sitz. Empfohlen wird ein Reboarder, da dieser erwiesenermaßen am sichersten ist.
  3. Danach kommt ein Sitz der Gruppe II/III an die Reihe, der bereits mit dem Autogurt funktioniert.

Kindersitze je nach Alter

Ab welcher Körpergröße bzw. bei welchem Gewicht der Sitz gewechselt werden muss? Was diese Frage betrifft, gilt es die verschiedenen Angaben der einzelnen Hersteller ganz genau zu beachten!
Kinderautositze nach der neuen i-Size-Norm bieten verbesserten Schutz bei einem Seiten- und Frontalaufprall sowie wesentlich mehr Schutz für den Kopf- und Nackenbereich. Außerdem sind sie mit allen i-Size-Autos und fast allen Isofix-Autos kompatibel, was die Fehlerwahrscheinlichkeit beim Einbau des Sitzes deutlich reduziert.

LEBENSWICHTIG:

13 Tipps zum Thema Kindersitz


  1. BABYS: REBOARD 
    Babyschalen müssen immer gegen die Fahrtrichtung montiert werden. Diese Position bietet den besten Schutz bei Unfällen. Schauen die Beinchen über den unteren Schalenrand, ist das kein Problem. Der Kopf darf allerdings keinesfalls den oberen Sitzrand überragen. Im Sinne der Sicherheit sollten Babys und Kleinkinder so lange wie möglich reboard - also gegen die Fahrtrichtung - sitzen. Kindersitz-Expertin Anne Holtkamp empfiehlt das sogar für die ersten vier Lebensjahre, was in Skandinavien übrigens bereits seit Jahren üblich ist.

  2. HERSTELLERANGABEN BEACHTEN
    Genau lesen, bis zu welcher Körpergröße und welchem Gewicht der Sitz benutzt werden darf.

    Cyber Sirona
    Der Cybex Sirona M2 i-Size kann alsReboarder und später als vorwärts
    gerichteter Kindersitz verwendet werden.


  3. GRÖSSENVERSTELLUNG NUTZEN
    Der Scheitel des Kindes muss bei der Babyschale unterhalb des oberen Schalenrandes bleiben. Auch der Gurtverlauf ist zu beachten. Hinweise dazu entnehmen Sie den Herstellerangaben.

  4. BABYSCHALE RICHTIG FESTMACHEN
    Auf Isofix-Dockingstation einklicken und darauf achten, dass die Anzeige tatsächlich auf Grün steht. Wird die Schale mit dem Autogurt befestigt, ganz genau auf den richtigen Gurtverlauf achten.

  5. GURT BEIM KINDERSITZ RICHTIG EINFÄDELN!
    Es gibt einige Möglichkeiten, den Gurt falsch einzufädeln - mit fatalen Folgen! Speziell bei Kindersitzen der Gruppe II/III, die mit dem Autogurt fixiert werden, ist genau auf den Gurtverlauf zu achten. Der Beckengurt darf nicht über den Bauch führen, weil sonst schwere Bauchverletzungen drohen, er darf aber auch nicht zu weit unten auf den Oberschenkeln verlaufen. Ähnlich verhält es sich mit dem Schultergurt: Idealerweise verläuft er über dem Schlüsselbein, nicht aber zu hoch beim Hals, weil das Kind sonst stranguliert würde. Ist der Schultergurt wiederum zu knapp am Schultergelenk, kann er herunterrutschen und hilft im Ernstfall gar nicht. Am besten vom Profi im Fachgeschäft zeigen lassen und selbst gleich ausprobieren. Auch diesbezüglich gilt: genau die Herstelleranleitung lesen. Das betrifft übrigens alle Gruppen von Kindersitzen!

  6. DOCKINGSTATION
    Eine Dockingstation gilt als einfachste Variante, einen Kindersitz zu montieren. Die Dockingstation wird mit dem Isofix-System des Autos verbunden, die Babyschale lässt sich dann mühelos ein- und ausklicken. Kindersitze mit Isofix-Befestigung sind besonders sicher, da sie durch eine weltweit normierte Steckverbindung starr mit dem Fahrzeug verbunden sind und die Fehleranfälligkeit geringer ist als bei gegurteten Varianten.

  7. HOSENTRÄGERGURT FEST ANZIEHEN
    Auch wenn es nicht so bequem erscheint, die Schultergurte müssen immer straff am Körper anliegen. Achtung bei winterlichen Autofahrten: Zwischen Gurt und Kind darf keine dicke Jacke sein - sie verzögert bei einem Unfall die Schutzwirkung des Gurts beträchtlich. Tipp: Rein ins Auto - raus aus dem Anorak! Lieber eine wärmende Decke über Kind und Kindersitz legen.

  8. BEIFAHRERSITZ
    Kinder unter 150 Zentimetern dürfen nur in einem geeigneten Rückhaltesystem in der ersten Sitzreihe sitzen. Achtung: Ist der Kindersitz gegen die Fahrtrichtung montiert, muss der Beifahrer-Airbag ausgeschaltet werden, sonst besteht Lebensgefahr! Ist das bei Ihrem Wagen nicht möglich: ab auf die Rückbank mit Junior. Angaben des Autoherstellers genau beachten!

  9. KINDER SIND KEINE KLEINEN ERWACHSENEN
    Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind während der Fahrt nicht selbst abschnallt. Machen Sie ihm klar: Ist das Kind nicht angeschnallt, kann das Auto nicht los- bzw. weiterfahren.

  10. ABSTAND BEWAHREN
    Von der Nasenspitze des angegurteten Kindes bis zum Vordersitz braucht es 55 Zentimeter Sicherheitsabstand!

  11. HÄNDE WEG VON GEBRAUCHTEN SITZEN
    Niemand kann die Sicherheit eines gebrauchten Sitzes überprüfen oder garantieren. Unsichtbare Haarrisse können die Schutzwirkung des Sitzes im Ernstfall auf Null reduzieren. Sparen Sie daher nicht beim Kindersitz. Von älteren Geschwistern sind Sitze vorhanden? Nun: Meistens sind Kindersitze für die Nutzungsdauer von zwei Geschwisterkindern konzipiert. Im Zweifelsfall aber lieber beim Hersteller nachlesen. Nach einem Unfall muss ohnehin jeder Kindersitz ausgetauscht werden! Schon nach einem Aufprall mit nur 10 km/h ist er nicht mehr sicher! Wenn das Geld knapp ist: Fachhändler bieten in der Regel Ratenzahlungen an.


    Babyschalen und Kindersitze immer neu kaufen.

  12. AUTO, KIND UND KINDERSITZ MÜSSEN ZUSAMMENPASSEN!
    Nicht jeder Sitz passt in jedes Auto, nicht jeder Sitz ist für jeden Autotyp zugelassen, und nicht jedes Kind findet mit seiner persönlichen Statur in jedem Sitz Platz. Einen Kindersitz gilt es daher immer mit Auto und Kind auszuprobieren. Ein Fachhändler kann Sie genau beraten und Ihnen auch den Einbau des Sitzes vorführen.

  13. DAS KIND IM AUTO IMMER SICHERN!
    Wie kurz die Strecke, wie unbefahren die Straße auch ist: Ein ungesichertes Kind im Auto befindet sich in Lebensgefahr!
Fotos: Hersteller


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