Osteopathie für Babys

Osteopathie für Babys
Foto: Panthermedia/dnaumoid / Author: Katharina Wallner


Osteopathie kann wahre Wunder wirken. Durch behutsame Griffe werden Selbstheilungskräfte mobilisiert und wird Wohlbefinden hergestellt. Was auf den ersten Blick nach Hokuspokus aussehen mag, ist indes eine Heilmethode, die auch Ihrem Baby helfen kann.

Gestillt, frisch gewickelt und sanft gewiegt: Nun müsste das Baby eigentlich zufrieden einschlafen. Aber es schreit und lässt sich kaum beruhigen. So manche frischgebackenen Eltern sind spätestens jetzt ratlos - zumal der Kinderarzt bei jedem Besuch betont, dass sich das Baby prächtig entwickelt. Immer mehr suchen Hilfe bei der Osteopathie. Denn diese ganzheitliche Therapieform, die ohne Medikamente heilt, verspricht, das körperliche und seelische Wohlbefinden wieder herzustellen.

DURCH DIE KRAFT DER HÄNDE


Zur Diagnose und Therapie setzt die Osteopathie ganz sanft die Hände ein. Grundlage dabei ist es, das Funktionieren des menschlichen Körpers als Einheit, seine Fähigkeit zur Selbstheilung sowie das Wechselspiel von Struktur und Funktion zu sehen. Knochen, Gelenke, Gewebe und Organe sind in ständiger Bewegung und sollten im Idealfall harmonisch miteinander verbunden sein. Dieses Zusammenspiel kann jedoch aus dem Gleichgewicht geraten, vermeintliche Kleinigkeiten haben dann oft große Auswirkungen auf das gesamte System. Verspannungen und Verletzungen können Auslöser dafür sein. Vermag der Körper entstandene Blockaden nicht vollständig zu lösen, werden die natürliche Eigenbewegung von Knochen, Geweben, Organen und auch der Energiefluss behindert. Der Körper spricht durch innere Unruhe zu uns und fordert Hilfe ein.


AUFSPÜREN, AUSGLEICHEN


Wenn ihr Körper in Ungleichgewicht geraten ist, sind Babys oft unruhig, weinen viel, kämpfen mit Blähungen oder schlafen nur schwer ein. Der Therapeut hat nun die Aufgabe, diese Abweichungen aufzuspüren und mit seinen Händen sanft zu korrigieren. So stellt die Methode vor allem dort eine Ergänzung dar, wo aus medizinischer Sicht eigentlich alles in Ordnung ist. Osteopathen nähern sich dem Körper mittels verschiedenster Manualtechniken. Die Cranio-Sacral-Therapie ist das sanfteste Teilgebiet. "Das macht sie gerade für Kinder und Schwangere so attraktiv", weiß Kathrin Erben, die durch Cranio-Sacrale-Osteopathie schon vielen Babys und Müttern Gutes tun konnte.


OSTEOPATHIE - GLEICH NACH DER GEBURT


Der Weg durch den engen Geburtskanal kann zur Folge haben, dass Babys verspannt sind, sich die zarten Schädelknochen oder Halswirbel verschieben. Werden Gefäße und Nerven eingeengt, löst dies verschiedenste Symptome aus. Schiefhals, Saug- und Schluckstörungen, Koliken, Schlafprobleme oder häufiges Schreien sind typische Beschwerden, bei denen Osteopathie helfen kann. Um die innere Balance früh wieder herzustellen, empfehlen Experten, mit jedem Neugeborenen zu einem vorbeugenden osteopathischen Check zu gehen.

CRANIO-SACRAL-THERAPIE


In einer Cranio-Sacral-Sitzung folgt der Behandelnde durch sanfte Berührung dem Bewegungsmuster des Körpers. Besonders deutlich sind diese Schwingungen am Kopf (lat. cranium) und am Kreuzbein (lat. sacrum) zu spüren. "Durch eine hohe Aufmerksamkeit für den beeinträchtigten Bereich und feine Bewegungen kann ich den Körper in seiner Selbstheilung anregen und Verspannungen zu einer Lösung führen", erklärt Kathrin Erben. In einer Sitzung löst sich immer nur so viel, wie der Körper auf einmal verarbeiten kann. Jeder braucht also unterschiedlich viele Einheiten, um zurück zur eigenen Mitte zu finden. Möchte das Baby während der Behandlung trinken, ist das oft sogar hilfreich: Es entspannt sich und lässt dann besonders gut mit sich arbeiten. Bei Kleinkindern wird die Berührungsbehandlung in das Spiel eingebaut. "Auch wenn sich manche Kinder anfangs nicht so gerne angreifen lassen, lehnen sie sich nach und nach oft richtig in meine Hände. Sie merken, wie gut ihnen die Berührungen tun."

GRENZEN DER OSTEOPATHIE


Die Osteopathie versteht sich als Ergänzung zur Schulmedizin. Als ganzheitliche Methode verfügt sie über ein breites Behandlungsspektrum, hat aber auch klare Grenzen: Bei akuten Erkrankungen sollte zunächst immer der Kinderarzt aufgesucht werden. Denn Infektionskrankheiten, Brüche, Verletzungen, Verbrennungen, Wunden, aber auch psychische Erkrankungen müssen erst einmal schulmedizinisch behandelt werden. Eine osteopathische Behandlung als Begleittherapie ist in vielen Fällen aber eine tolle Ergänzung und hat schon Wunderbares bewirkt!

WICHTIG - DEN RICHTIGEN THERAPEUTEN WÄHLEN


Warum heißt es einmal Osteopathie, dann wieder Cranio-Sacral-Therapie oder Cranio-Sacrale Balance? Gibt’s einen Unterschied? Ja! Ärzten und Physiotherapeuten bleibt die Ausbildung zum Osteopathen vorbehalten, ebenso Begriffe wie "Therapie" und "Behandlung". Jeder andere kann sich in craniosacraler Arbeit ausbilden lassen. Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Schulen entwickelt und ihre Bezeichnungen teils schützen lassen. Ob Osteopathie oder Cranio-Sacral-Therapie: Wählen Sie nur einen Praktiker mit einer fundierten Ausbildung! Die Wiener Schule für Osteopathie (WSO) führt auf ihrer Website dort ausgebildete Osteopathen an.


Info:

www.wso.at (Wiener Schule für Osteopathie)