Steuerausgleich - Tipps für Familien

Steuerausgleich - Tipps für Familien
Foto: PantherMedia/belchonock / Author: Dr. Alfred Trendl


Mehr Geld für die Familie - So holen Sie die Steuer zurück!


Viel zu wenige Familien führen eine jährliche Arbeitnehmer-Veranlagung durch ... und schenken dem Staat damit viel Geld. Gerade für Familien ist einiges zu holen. Steuerberater Dr. Alfred Trendl hat die wichtigsten Tipps gesammelt.

Wer Kinder hat, verwendet sein Einkommen nicht alleine für sich, sondern eben für die gesamte Familie. Da in Österreich die Lohnsteuer nach der "Leistungsfähigkeit" berechnet wird, hat der Gesetzgeber einen Anspruch (!) auf steuerlichen Ausgleich zwischen Familien und Haushalten ohne Kinder geschaffen.

Neben der Familienbeihilfe, die direkt ausgezahlt wird, betrifft er eine Reihe von steuerlichen Möglichkeiten. Diese sind zwar im internationalen Vergleich niedrig, aber besser als nichts!

"ARBEITNEHMER-VERANLAGUNG" MACHEN UND GELD KASSIEREN


Die meisten dieser Steuerermäßigungen müssen gesondert beantragt werden, mittels Arbeitnehmer-Veranlagung, auch "Jahresausgleich" genannt. Dieser kann bis zu fünf Jahre rückwirkend gemacht werden, das bedeutet: Bei einer Antragstellung noch heuer lässt sich die Arbeitnehmer-Veranlagung zurück bis 2012 beim Finanzamt einreichen.

Die notwendigen Zusatzformulare dazu heißen "L1" und "L1k" für jedes Kind und sind im Internet leicht auffindbar (www.bmf.gv.at). Man kann beim Finanzamt auch einen Onlinezugang beantragen. Wird die Arbeitnehmer-Veranlagung online durchgeführt, kann man sogar den Betrag vorberechnen.


WER IST EIN "KIND IM SINN DES STEUERRECHTS"?


Familien können Beträge für Kinder nur dann absetzen, wenn für das Kind Familienbeihilfe bezogen wird - und das zumindest für sieben Monate im betreffenden Jahr. Ist also zum Beispiel ein Kind im zweiten Halbjahr geboren, lassen sich im Jahr der Geburt die Steuerermäßigungen nicht in Anspruch nehmen. Ohne Familienbeihilfe gelten die Kinder nicht als "Kinder im Sinn des Steuerrechts"!

ALLEINVERDIENER- UND ALLEINERZIEHERABSETZBETRAG


Bares Geld
bringen der Alleinverdiener- und der Alleinerzieherabsetzbetrag.

  • Als Alleinverdiener bzw. Alleinverdienerin gilt, wer mit seinem Kind oder Kindern im Haushalt lebt, wessen (Ehe-)Partner kein Einkommen hat oder maximal 6.000 Euro im Jahr verdient.
    Um den Alleinverdienerabsetzbetrag zu beantragen, genügt ein kleines x im Formular und die Angabe der Anzahl der Kinder. Das bringt bei einem Kind 494 Euro, bei zwei Kindern 669 Euro und für jedes weitere Kind zusätzlich 220 Euro. Macht man die Dienstnehmerveranlagung für mehrere Jahre, können so tausende Euro Steuerrückerstattung lukriert werden!

  • Der Alleinerzieherabsetzbetrag ist gleich hoch. Dafür muss man im betreffenden Jahr mit zumindest einem Kind und ohne Partner bzw. Partnerin gewohnt haben.

Gut zu wissen: Anders als bei den "Freibeträgen" bedeuten diese Absetzbeträge schon echtes Geld. Sie reduzieren also nicht nur die Bemessungsgrundlage der Steuer, sondern die Steuer selbst.
Diese Absetzbeträge kann übrigens auch beantragen, wer überhaupt keine Steuer bezahlt hat, aber mit den Kindern lebt - beispielsweise Studenten. Hatte man gar kein Einkommen, aber Kinder (im Sinn des Steuerrechts), füllt man das Formular L1 aus und erhält die angeführten Beträge vom Finanzamt vergütet.

KINDERBETREUUNGSKOSTEN ABSETZEN!


Für Kinder bis zum 10. Lebensjahr fallen häufig Kinderbetreuungskosten an. Dazu zählen Kosten für Kinderkrippe und Kindergarten, Hort, Ganztagsschule, Ferienbetreuung, Urlaubsfahrten - etwa mit Pfadfindern oder Jungschar -, aber auch Sport und Musik. Voraussetzung ist allerdings, dass die Betreuung in pädagogischen Einrichtungen und/ oder durch Pädagogen erfolgt. Im Einzelfall muss zumindest ein 35-stündiger Ausbildungskurs nachgewiesen werden. Ist das der Fall, lässt sich pro Kind und Jahr ein Betrag von bis zu 2.300 Euro von jenem Elternteil beantragen, auf den die Rechnung lautet, der den Betrag also bezahlt hat. Letzterer kann auch auf die Eltern/Erziehungsberechtigten aufgeteilt werden.

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