Wer kocht besser? Papa oder Mama?

Wer kocht besser? Papa oder Mama?
Foto: PantherMedia/luismolinero_Elnur


Immer mehr Väter schwingen freiwillig den Kochlöffel... zumindest, wenn man Diskussionen in Elternforen und Studien zur Aufgabenverteilung in Jungfamilien Glauben schenken darf. Von wessen Kochkünsten sind die Kids aber nun mehr beeindruckt? Ein Gradmesser dafür, wer im Duell am Herd die Kochlöffellänge voraus ist: Schmeckt’s, wird der Teller abgeschleckt, schmeckt's nicht, stochern die kritischen Tester lustlos im Essen herum.


Mann Koch gewinnt

PAPA GEWINNT

Papa beherrscht die Kunst des Kochens, wird aber nur selten an den Herd gelassen? Alleine dadurch hat er schon Vorschusspunkte geerntet. Denn in dieser Kombination entpuppen sich Väter oft als wahre Gourmetköche. Speisen kommen auf den Tisch, die den Müttern im Alltag schlicht zu aufwendig sind. Gelegenheitsköche verwöhnen ihre Gäste. Sogar bei der Dekoration wird dick aufgetragen - ein weiterer Pluspunkt, schließlich isst bei Kindern das Auge mit. Derlei kulinarische Ausflüge finden natürlich eine Wiederholung, aber nur, wenn die restlichen Familienmitglieder den Koch gebührend loben.

Mütter, die tagtäglich in der Küche stehen, können von solchen Bedingungen nur träumen. Zumal sie beim Kochen größere Rücksicht auf den Nährwert nehmen: Nahrhaft, vitaminreich, gesund muss das Essen sein. Das schmeckt nicht jedem Kindermund gleich gut - vor allem, wenn die Konkurrenz das Schleckermaul
mit ungesunden Leckerbissen verwöhnt. Ein weiteres Argument, mit dem Vaters Küche im Kochduell punktet!

STATEMENT
"Mein Mann und ich wechseln uns in der Küche ab. Wenn die Rollen am Wochenende so verteilt sind, dass der weltbeste Ehemann in der Küche das Mittagessen kocht, während ich mit den Kindern auf dem Spielplatz rumtobe, steht am Ende meist etwas Neues und unglaublich Leckeres auf dem Tisch. Nicht, dass ich nicht auch kochen kann, aber ich erkenne neidlos an, dass er in der Küche der kreativere und handwerklich Geschicktere ist."
Sophie L. aus Berlin
(www.berlinfreckles.de)


Frau Koch gewinnt

MAMA GEWINNT

An Mutters Küche gibt es überhaupt nichts auszusetzen ... vorausgesetzt, Vater hat nicht die geringste Ahnung vom Kochen. Voller Schrecken blicken die Kinder auf Tage zurück, an denen Anti-Koch Papa zum Küchendienst verdammt wurde. Etwa weil Mama krank das Bett hüten musste oder beruflich verhindert war. Die Speisekarte des Kochgreenhorns liest sich eintönig: Spiegelei, Schinken-Käse-Toast, Frankfurter Würstel oder Fertiggerichte.
Den Sieg im Kochduell kann er der Mutter nur noch abspenstig machen, wenn er die Kinderherzen mit Fast-Food höherschlagen lässt.

Aber selbst, wenn Vater zur Kategorie Gourmetkoch zählt, bevorzugen Kinder manchmal die Kreationen der Mutter. Männliche Köche neigen nämlich zu mehr Würze, die für sensible Kindergaumen mitunter zu intensiv ist. Frauen sagt man mehr Feingefühl beim Abschmecken nach. Ihr Motto: "Nachwürzen kann man
immer noch." Kochen beide Elternteile, gewinnt meist jener das Kochduell, der sich mehr um die Erziehung kümmert... also mehrheitlich die Mutter! Schließlich kennt sie die Gewohnheiten des Kindes besser und kann auf kulinarische Wünsche flexibler eingehen. Papa, der nur selten zu Hause ist, überfordern Änderungen im kindlichen Essverhalten eher: "Bisher hat dir mein Schnitzel immer geschmeckt, warum soll ich jetzt auf einmal nur noch vegetarisch kochen?"
Apropos Gewohnheiten: Geschmacksexperimente können sich bei Kindern als Schuss nach hinten entpuppen. Frauen halten sich angeblich gewissenhafter an Rezeptanweisungen, während Männer lieber improvisieren. Das Ergebnis mag bei Erwachsenen zum erfreulichen „Oho!“-Erlebnis führen, bei Kindern hat es gelegentlich Essensverweigerung zur Folge.

STATEMENT
"Die meisten Mütter gewinnen das Kochduell schon deshalb, weil ihre Partner gar nicht kochen. Der Anteil kochender Väter ist verschwindend klein. In meinem Bekanntenkreis fällt mir zum Beispiel gerade einmal ein kochender Papa ein."
Verena B. aus Graz


Kind glücklich beim Essen

UNENTSCHIEDEN

Kinder sind zwar ehrlich, aber gottlob auch diplomatisch.
Kindermund tut meist Wohlüberlegtes kund: "Papas Spaghetti sind unübertrefflich, aber Mama macht die bessere Pizza." Ältere Kinder, die ja durchaus schon eine differenziertere Sichtweise haben, heben andere Aspekte hervor: "Papa kocht zwar besser, aber bei Mama sieht es danach in der Küche nicht so chaotisch aus."
Das schönste Unentschieden kommt zweifellos zustande, wenn die Eltern gemeinsam am Herd stehen und womöglich sogar die Kinder miteinbeziehen. Ob Papa oder Mama, in einem Punkt sind sich die Kinder ohnehin einig: Nirgendwo schmeckt's besser als zu Hause!

STATEMENT
"Wir leben als Eltern vertauschte Rollen. Papa in Karenz, Mama selbstständig. Deshalb kocht meistens Papa. Das Leibgericht aller Kinder ist ,Nudelsuppe, aber bitte ohne Suppe‘! Die Mäkeligkeit unserer Jungs sehen wir als Herausforderung und stellen uns dieser mehrmals täglich neu. Während Papa z. B. auf Nudeln in Dinosaurier- und Buchstabenform, geschnitzte Apfelgesichter oder Joghurtkreationen mit Tierfiguren zurückgreift, zaubert Mama aus Brot, Wurst und Obst Piratenschiffe oder eine Prinzessin mit Bananenkrone. Unser Kochduell endet unentschieden, und am Ende gewinnt immer die Nudelsuppe - ohne Suppe, versteht sich!"
Kerstin W. aus Bayern
(www.testmama.de)