Die Trotzphase - anstrengend aber nötig

Die Trotzphase - anstrengend aber nötig
Foto: shutterstock/Maryna Pleshkun


"Ich will aber"

Im Alter zwischen zwei und drei Jahren entdecken Kinder zum ersten Mal ihren eigenen Willen und versuchen diesen ab jetzt auch durchzusetzen. Das Wort "Nein" wird ab nun zum ihrem Lieblingswort.


Für die Eltern beginnt eine anstrengende Zeit, die von Wutanfällen gezeichnet ist. Es vergeht kein Tag an dem nicht ein Weinkrampf auf dem Programm steht, oder Spielzeug durchs Kinderzimmer fliegt.


Doch nicht nur Sie als Eltern leiden unter den Wutanfällen,  auch Ihr Kind leidet. Es weiß zwar was es will, kann aber weder argumentieren noch mit einem "Nein" der Eltern umgehen.  Die Wut darüber kommt aus dem Bauch und muss herausgelassen werden.  Das Kind hat keine Kontrolle über seine Gefühle, es will Sie nicht ärgern oder tyrannisieren!


Was können Eltern tun oder vermeiden?

  • Betrachten Sie Wutanfälle als Teil der Entwicklungsphase Ihres Kindes, sie brechen aus und gehen vorüber - mehr nicht. Nehmen Sie sie nicht persönlich.
  • Umgehen Sie verfängliche Situationen oder lenken Sie Ihr Kind ab, wenn Sie merken, dass es bald zu einem Wutausbruch kommen könnte.  Wenn sich Ihr Kind z.B. beim Einkaufen immer wild aufführt überdenken Sie die Möglichkeit eines Einkaufes ohne Kind.
  • Nehmen Sie Ihr Kind ernst. Sprechen Sie mit Ihrem Sohn/Ihrer Tochter über seine/ihre Wünsche und gehen Sie darauf ein.  So spürt Ihr Kind, dass nicht nur Ihr Wille zählt. Viele Trotzköpfe lassen sich gerne auf einen Kompromiss ein - sie fühlen sich so akzeptiert. Geben Sie jedoch infolge einer Trotzreaktion nicht automatisch nach.
  • Auch wenn es manchmal schwer fällt, bewahren Sie Ruhe und warten Sie ab, bis sich der größte Ärger gelegt hat. Wenn das an Ort und Stelle nicht gelingt, schnappen Sie das Kind und ziehen sich wo anders hin zurück, Beispielsweise in einen separaten Raum oder zum Auto, wo sich Ihr Kind beruhigen kann.
  • Bestimmte Regeln, wie z.B. nach dem Essen werden die Zähne geputzt, müssen natürlich auch in dieser Phase eingehalten werden. Reinigen Sie doch einmal einem zähnefletschenden Tier die Zähne - das macht mehr Spaß und entschärft die Situation.
  • Versuchen Sie freundlich zu bleiben. Diskussionen oder Ihre eigene Wut helfen während eines Zornausbruches nicht. Ihr Kind ist in diesem Augenblick nicht in der Lage, Argumente zu verstehen. Atmen Sie tief durch, zählen Sie bis 30 oder gehen Sie im Notfall aus dem Zimmer.
  • Geben Sie Ihrem Kind so oft als möglich die Gelegenheit, seine Wut ausdrücken - und seine Aggressionen abbauen zu können. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Sie können dem Kind Worte beibringen um seine Gefühle darzulegen oder es zu körperlichen Tätigkeiten, wie Fußball spielen oder einfach nur herumlaufen, ermutigen.
  • Kinder müssen erst lernen, dass nicht nur ihre Wünsche, sondern auch die Bedürfnisse anderer zu berücksichtigen sind. Daher bestrafen Sie Ihr Kind auf keinen Fall, es will Sie nicht ärgern oder ist absichtlich böse!
  • Manche Kinder beruhigen sich eher, wenn man sie liebevoll in den Arm nimmt, andere möchten lieber in Ruhe gelassen werden.  Machen Ihre "Reaktion" von den Bedürfnissen Ihres Kindes abhängig.
  • Seien Sie nicht nachtragend. Ist ein Anfall vorüber, ist die Sache erledigt. Strafen Sie Ihr Kind nicht mit Liebesentzug, das würde es nur verletzen.

 

Geben Sie Ihrem Kind Liebe, Verständnis und Unterstützung in dieser schwierigen Phase. Lassen Sie keinen Machtkampf zwischen Ihnen zu, bei dem nur Sie als Gewinner gelten. Schließlich soll Ihr Kind bei diesem wichtigen Entwicklungsschritt nicht als Verlierer hervorgehen.