Haustiere unterstützen die Entwicklung des Kindes wesentlich

Haustiere unterstützen die Entwicklung des Kindes wesentlich
Foto: Fotolia/Kristina Stasiuliene


Kinder ab einem gewissen Alter haben meist nur einen Herzenswunsch: ein Haustier zum
Kuscheln, Liebhaben und Spielen. Doch die Vierbeiner oder kleinen Nager können wesentlich
mehr, leisten echte Entwicklungsförderung und sind Beziehungsfaktor.

Haustiere sind Balsam für die Seele


Bereits kleine Kinder können sich sehr intensiv mit Tieren beschäftigen und eine besondere
Beziehung aufbauen. Wie zahlreiche Studien belegen, gibt es weitere positive Auswirkungen,
die sich auf die Entwicklung und die Erziehung des Nachwuchses beziehen. Wenn Eltern vor der
Entscheidung stehen, ob ein Haustier in die Familie aufgenommen wird, sollte dies in jedem
Fall berücksichtigt werden. Vor allem die psychische Ausprägung des Charakters wird positiv
unterstützt, so etwa wird durch ein Haustier die soziale Komponente gestärkt. Professor
Reinhold Bergler unterstützt diese These mit seiner Aussage:

"Kinder, die Umgang mit Tieren haben, sind weniger aggressiv und können einfühlsamer
reagieren".

Doch wenn Eltern ein Haustier in die Familie integrieren, stärken sie damit auch das
Verantwortungs- und Selbstbewusstsein. Denn im Unterschied zur Erwachsenenwelt beurteilen
Vierbeiner keine Leistungen oder nörgeln nicht an ihren kleinen Besitzern herum, sondern
geben einfach ihre Zuneigung und Wärme ungefragt und uneingeschränkt. Damit lieben sie
quasi ohne Bedingung und ohne Vorbehalte und geben sogar eher gehemmten oder scheuen
Kindern die Möglichkeit, aus sich heraus zu gehen, ohne diffamiert oder ausgelacht zu werden.

Wichtig dabei ist, dass Kinder entsprechende Aufgaben wie das Füttern der Tiere oder das
Ausmisten des Käfigs selbstständig übernehmen und dafür zuständig sind. Je nach Wahl des Vierbeiners, egal ob Hund oder Katze, werden zusätzlich entsprechende emotionale
Unterstützungsangebote erfüllt. Ein Hund etwa kann Schutz und Beistand in Situationen leisten,
in denen das Kind ängstlich ist. Ist der Nachwuchs gestresst oder gekränkt und traurig, helfen
die Schmuseeinheiten und der Austausch von Streichelsequenzen, um Ruhe und Trost zu
spenden.

Kind mit Hund
Foto: Fotolia/Natallia Vintsik


Wissenschaftlich belegt ist auch, dass Kinder weniger oft krank sind, wenn sie in Anwesenheit von Hund,
Katze, Hamster oder Hasen aufwachsen. Schulische Leistungen profitieren von der Förderung und besseren Ausprägung von Konzentration und Aufmerksamkeit, wenn die Jungen und Mädchen durch das Gassi gehen mit dem Hund öfter an der frischen Luft sind und sich bewegen. Nicht zuletzt profitieren die Eltern auch noch, da die Kinder gesund und fit bleiben und mit ihrem Haustier auch noch
glücklicher aufwachsen. Nicht außer Acht gelassen werden sollte, dass ein Haustier ein wesentlicher Gewinn für den Zusammenhalt innerhalb der Familie darstellt.
Immerhin haben alle gemeinsam Verantwortung, Freude und Zeit, die sie miteinander und mit dem Haustier teilen. An dieser Stelle sollten sich Familien allerdings unbedingt noch einige wichtige Fragen stellen, bevor es an die Anschaffung des neuen Spielkameraden geht: Ist genug Platz für eine artgerechte Tierhaltung vorhanden, lässt der Mietvertrag eine Tierhaltung zu, haben die Familienmitglieder überhaupt ausreichend Zeit, um sich mit dem neuen Familienmitglied zu beschäftigen? Diese und weitere Fragen hat das Infoportal Grünschnabel für Eltern zusammengetragen.

Hund, Katz & Co fördern das Einfühlungsvermögen


Eine aktuelle Studie an der Uni Wien unter der Leitung von Univ-Prof.Dr. Giselher Guttmann, dem Leiter am Institut für Psychologie, hat ergeben, dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen, besser mithilfe der Körpersprache kommunizieren und sogar die nonverbale Diktion beherrschen. Damit haben sie einen wesentlichen Vorteil gegenüber "tierlosen" Kindern, die sich später im Erwachsenenalter im Beurteilen von Situationen oder bestimmten Verhaltensweisen ihres Gegenübers eindeutig schwerer tun.

Wer selbst ein Haustier hat oder mit einem solchen aufgewachsen ist, wird bestätigen können, dass der Umgang mit den Vierbeinern auch das Pflichtbewusstsein stärkt. Immerhin möchten Stubentiger, Hund und Hamster regelmäßig gefüttert bzw. ausgeführt werden und das Gehege muss gesäubert werden. Hyperaktive Kinder erhalten so eine Aufgabe, die sie in letzter Konsequenz ruhiger macht, da sie Verantwortung tragen. Das wirkt sich natürlich auch auf den Schulalltag aus, wo genau solche Schüler als pflichtbewusster, psychisch stabiler und in letzter Konsequenz auch ordentlicher wahrgenommen werden. Bei den Hausaufgaben oder Lerneinheiten zu Hause nimmt zudem der Stresspegel ab, der vom schulischen Zwang ausgeht.

Erwiesenermaßen sinken Herzschlag und Blutdruck dieser Kinder, sobald ein Tier in der Nähe ist, wenn die Schultasche geöffnet und die Bücher zum Lernen herausgeholt werden. Nicht zuletzt wegen dieser Tatsache, die wissenschaftlich erwiesen ist, gibt es mittlerweile an immer mehr Schulen sogenannte "tierische Therapeuten", die "Problemkinder" bzw. belastete Schüler in eine entspannte Stimmung versetzen, die die Aufnahme von Lernstoff begünstigt oder gar erst ermöglicht.







Nicht jedes Tier ist als Haustier geeignet


Auch wenn die Präferenzen von Kindern in Sachen Haustiere eindeutig in Richtung Katze, Kaninchen oder Hamster geht, sollten Eltern bei der Wahl des zukünftigen felligen Familienmitgliedes einiges bedenken. Klar ist, dass sich der Nachwuchs am liebsten Kleintiere mit Fell wünscht, während der Hang zu Fischen oder Vögeln eher selten ausgeprägt ist. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass sich ein Aquarium durchaus beruhigend und stabilisierend für den psychischen Zustand auswirken kann. Damit wäre es perfekt für hyperaktive oder sehr unruhige Kinder.
  • Das größte Potential als Haustier haben sicher Hund und Katze, wie auch die Beliebtheitsskala in Österreichs Haushalten zeigt. Klar ist allerdings, dass Eltern gerade im Umgang von Tier und Kleinkind sehr sorgsam sein müssen, um Konfrontationen oder Verletzungen zu vermeiden. 
  • Zu empfehlen ist, dass sich eine Familie ein Jungtier -  egal ob Hund, Katze oder Hase - zulegt, denn so können Kind und Tier die Entwicklung gemeinsam durch- und erleben. Abgesehen davon kann so Einfluss auf das tierische Verhalten genommen werden, was durchaus manchmal ein liebevolles Eingreifen des Herrchens oder Frauchens bei Hund und Katze umfasst.   

Welches Alter für welches Haustier ratsam ist


  • Was die individuellen Altersgrenzen betrifft, so schätzen Experten, dass Stubentiger ab einem Alter von 5 Jahren geeignet sind. 
  • Auch Meerschweinchen sind gut für dieses Kindesalter als Haustier geeignet, doch wenn es um die Versorgung für das Tier geht, sollte der Nachwuchs nicht jünger als 10 Jahre sein. 
  • Hamster sind für Kinder, egal welchen Alters, ungeeignet, da sie nachtaktive Tiere sind und deshalb als Spiel- und Kuschelgefährten während des Tages ausfallen. 
  • Kaninchen sind nicht für Kleinkinder geeignet, da sie auf ungestüme Bewegungen oder Berührungen durchaus mit schmerzhaftem Zwicken reagieren und so für Konfrontationen sorgen können. 
  • Für Hunde gilt, dass sie bereits ab dem Alter von 5 Jahren als Haustier geeignet sind, Kinder ab 10 Jahre sind dann auch in der Lage selbstständig mit dem Vierbeiner Gassi zu gehen oder ihn zu versorgen. 

Regeln definieren das Zusammenleben


Wichtig ist, dass es wie überall im Leben auch für das Zusammenleben mit Tieren innerhalb der Familie gewisse Regeln gibt. Diese sollten auch dem Kind klar gemacht werden, da es sowohl zu seinem Schutz als auch zur Wahrung seiner Interessen dient. So etwa ist es ein Tabu für den Nachwuchs, die Katze, wenn sie in ihrem Körbchen schläft, zu stören. Das Tier kann mit Kratzen reagieren und so das Kind verletzen und nicht notwendige Konfrontationen oder Diskussionen innerhalb der Familie auslösen. Wer ein Kleinkind hat, muss darauf achten, dass dieses nie unbeaufsichtigt mit dem Tier alleine ist. Für die ersten Lebensjahre macht es durchaus Sinn, über entsprechende Sicherheitsvorkehrungen wie ein Hundegatter nachzudenken. So kann der Hund nicht ohne weiteres ins Kinderzimmer gelangen. Wichtig ist, dass die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern den angemessenen Umgang mit dem neuen vierbeinigen Familienmitglied erlernen. Vier Pfoten hat zu diesen und weiteren Aspekten einen umfangreichen Ratgeber verfasst.


Haustiere in einer Reihe
Foto: Fotolia/ absolutimages

Das perfekte Haustier für die Familie finden


Ist die Entscheidung gefallen, stellt sich für viele die Frage, wo das neue Familienmitglied herkommen soll. Hier gilt es auf seriöse Quellen zu setzen, denn nur dort ist gewährleistet, dass die Tiere artgerecht gehalten werden und gesund sind. Namhafte Züchter der Region sind meist über das Internet ausfindig zu machen und sollten auch direkt aufgesucht werden. Vor Ort kann sich das Kind dann Hund oder Katze direkt aussuchen und gleichzeitig können die Eltern die Umstände, unter denen das Tier gehalten wurde, in Augenschein nehmen. Wer nicht nur einem Vierbeiner ein neues Zuhause geben, sondern auch noch Gutes tun möchte, kann sich im örtlichen Tierheim umsehen. Viele Katzen und Hunde warten dort auf ein neues Zuhause und sind ein Leben lang dankbar für die Aufnahme in die Familie. Hier gilt es allerdings, sich beim zuständigen Fachpersonal genau über die Persönlichkeit bzw. den Charakter des Tieres zu erkundigen und vor allem bei Hunden die gegenseitige Akzeptanz bei einem nicht verpflichtenden Spaziergang oder Probetag zu überprüfen.

Abzuraten bzw. direkt abzulehnen ist allerdings der Kauf von unseriösen Züchtern oder über das Internet. Immer wieder gibt es entsprechende Schlagzeilen, dass hier kranke Tiere abgegeben werden. Auch ZooRoyal berichtete bereits über diesen wichtigen Umstand und gibt wertvolle Ratschläge, wenn es an die Auswahl einer guten Tierschutzorganisation geht. Vorsicht ist geboten, wenn die Vierbeiner zu klein sind oder aber der Züchter keine näheren Angaben zur Herkunft oder Haltung des Hundes geben möchte. Auch wenn gar zu geringe Kaufpreise für das Rassetier veranschlagt werden, sollte man sich nicht über das Schnäppchen freuen, sondern hellhörig werden und genauer hinsehen. Wichtige Informationen dazu liefern auch die örtlichen Tierschutzorganisationen oder anerkannte Verbände, die sich generell um das Wohl der Tiere kümmern.