Schnuller ade - Abschied vom Schnuller

Schnuller ade - Abschied vom Schnuller
Foto: shutterstock/Dmitry Lobanov


Der Saugreflex ist bei jedem Menschen angeboren und dient dem Zweck der Nahrungsaufnahme. Nebenbei erfüllt das Nuckeln jedoch auch noch einen anderen Zweck, es wirkt entspannend und beruhigend. Oft werden Babys bereits im Mutterleib beim Daumen Lutschen beobachtet. Auch später kommt das vor allem in Situationen vor, in denen das Baby aufgeregt ist. Durch das Nuckeln kann es  überschüssige Energie abbauen und sich schneller wieder beruhigen.

Trotzdem sollte der Schnuller vor dem dritten Geburtstag aus dem Kindermund verschwinden, fordern Zahnärzte und Kieferorthopäden. Auch wenn es nicht automatisch zu Zahnfehlstellungen oder Kieferverformungen kommt, werden diese durch Schnuller begünstigt. Ein Großteil der Kinder möchten jedoch  an ihrem Schnuller festhalten und geben ihn nicht freiwillig her.  Was können Sie tun, um Ihr Kind möglichst schonend durch diese Phase zu bringen?


Am besten funktioniert die Trennung vom Schnuller schrittweise und dem Alter des Kindes angepasst. Die Eltern müssen sich bewusst sein, dass Sie ein überzeugendes und konsequentes Verhalten an den Tag legen müssen. Bei einem Kind bis 18 Monate kann keine Entwöhnung angewandt werden, bei der es Zusammenhänge verstehen muss.

 

Step by Step

  • Versuchen Sie Ihr Kind abzulenken, wenn es nach dem Schnuller fragt.
  • Wiegen Sie ab, ob Ihr Kind ihn wirklich braucht oder geben Sie ihn ihm nur noch zu bestimmten Zeiten, z.B. beim Einschlafen oder wenn es krank ist. 
  • Wenn der Schnuller gerade nicht in Gebrauch ist, räumen Sie ihn weg, damit Ihr Kind nicht in Versuchung kommt, ihn aus Langeweile in den Mund zu stecken.  Verwenden Sie daher auch keine Schnullerketten!
  • Wenn Ihr Kind seinen Schnuller im Mund hat und mit Ihnen sprechen möchte, bitten Sie es, ihn herauszunehmen und Ihnen zu geben. Viele Kinder vergessen ihn danach wieder in den Mund zu stecken.
  • Kaufen Sie keine neuen Schnuller mehr nach, alte oder verloren gegangene werden nicht ersetzt.


Bei älteren Kindern kann man oft mit Erklärungen und Geduld bereits einiges bewirken.

Nach Ansicht von Kinderpsychologen ist das freiwillige Herausgeben des Schnullers das Wichtigste bei sämtlichen Entwöhnungsaktionen.

Folgende Hilfsmittel können dem Kind die Beendigung der Schnullerzeit  vereinfachen und ihm helfen, sie besser zu verarbeiten.

 

Abschiedsritual

Bei dieser Variante muss man das Kind rechtzeitig (zumindest 3 Wochen vorher) aufklären, dass es den Schnuller an einem gewissen Tag abgeben muss. Es  muss wissen, was an diesem Tag passiert und welche Gründe es dafür gibt.  Bei der Zeremonie sollte sich die Familie im Kreis um ein Loch im Garten oder auch den Mülleimer stellen, und dort den Schnuller mit ein paar Worten, die Sie vorsprechen und das Kind nachsprechen kann, verabschieden. Die Worte könnten z.B. lauten: "Lieber Schnuller, danke, dass du mir sehr geholfen hast, wann immer ich dich gebraucht habe. Doch nun ist die Zeit gekommen, bei der sich unsere Wege trennen. Lebe wohl!". Nach diesen Worten sollte das Kind den Schnuller selbst in das Loch oder den Mistkübel werfen. Als Trost könnte das Kind eine Kleinigkeit geschenkt bekommen.

 

Schnullerfee oder Heinzelmännchen

Auch hier sollten Sie Ihr Kind bereits einige Wochen vorher auf den Tag vorbereiten, an dem die Schnullerfee den Schnuller abholen wird.  Viele Kinder mögen es, die Tage bis dahin zu zählen. Erwähnen Sie die Fee und den Tag öfter, dann kann sich Ihr Kind besser darauf einstellen.
An dem festgelegten Tag legt Ihr Kind den/die Schnuller abends auf die Fensterbank oder in eine Schale, damit sie sie den neugeborenen Babys bringen kann. Am nächsten Morgen hat die Schnullerfee die Schnuller angeholt und als Dankeschön ein Geschenk dagelassen.

 

Tipp:

Es gibt auch Bücher über die Schnullerfee, die bei der Vorbereitung auf den großen Tag helfen können.