Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel
Foto: shutterstock /Oksana-Kuzmina


1. Tipp:

Planung ist alles! Verabschieden Sie sich von der Idee, einfach ins Blaue zu reisen. Wer die Bedürfnisse der Kleinen nicht berücksichtigt, muss mit Sicherheit ein Katastrophenszenario in Kauf nehmen. Also heißt es recherchieren: Ist der Urlaubsort kindgerecht ausgestattet? Wie kommt man am besten hin? Sehen Sie die Planung schon als Urlaubseinstimmung und binden sie größere Kinder mit ein - das erhöht die Akzeptanz, spart Zeit.

2. Tipp:

Das Amtliche nicht vergessen. Wer ins Ausland reist, sollte rechtzeitig die Einreiseformalitäten checken. Wichtig: Seit 2012 brauchen auch Babys und Kleinkinder einen eigenen Pass! Für ganz eilige Fälle gibt es ein Ein-Tages-Sofortservice. Das kostet aber: Statt 75,90 Euro muss man für den Ein-Tages-Expresspass satte 220,- Euro auf den Tisch legen! Dafür wird er Ihnen schon am Tag nach dem Antrag bequem nach Hause geliefert.

3. Tipp:

 Medizinisch vorsorgen. Auch in Sachen Gesundheit ist Planung alles: Sind bestimmte Impfnachweise bei der Einreise verpflichtend? Wenn ja: rechtzeitig impfen und die Impfpässe nicht vergessen! Braucht Ihr Kind regelmäßig Medikamente? Bitte frühzeitig Rezept besorgen und Vorrat anlegen, um sich am Urlaubsort Ärger zu ersparen: Denn Medikamente tragen im Ausland oft andere Namen, Rezepte könnten nicht angenommen werden. Wenn Sie schon dabei sind: Inhalt der Reiseapotheke auch gleich überprüfen, notfalls ergänzen oder austauschen.

4. Tipp:

 Verkehrsmittel auf Kindertauglichkeit prüfen. Über das eigene Auto herrschen Sie selbst, bei Bahn und Flugzeug müssen Sie sich nach Vorgaben richten. Daher: zunächst einmal die Websites der gewählten Bahn- oder Fluglinie auf Kinderrichtlinien checken. Die Deutsche Bahn lässt an den Wochenenden auf ausgewählten Strecken sogar eigene "Kinderbetreuer" mitfahren! Anders bei Flugreisen: Da heißt es bei der Airline genau nachfragen, was an Bord mitgenommen werden darf und welche Ausnahmeregeln für Babys Ausrüstung wie Fläschchen und Kinderwagen gelten. Auf Langstrecken gibt’s für die Kleinsten einen "baby basket" oder "baby cot" - eine Art Wiege, die an der Kabinendecke befestigt wird. Unbedingt so früh wie möglich vorbestellen, denn pro Flug hält man nur eine sehr begrenzte Anzahl davon bereit!

5. Tipp:

 Sitzplatzwahl im Flugzeug. Bei Babys wird der Sitzplatz oft von den Fluglinien vorgegeben. Reisen Sie mit einem Kleinkind, dann wählen Sie Plätze über den Tragflächen - dort spürt man bei Turbulenzen die Bewegung am wenigsten. Ganz schlecht: ganz hinten! 

6. Tipp:

 Druckausgleich. Babys schreien bei Start und Landung, weil ihnen der Druckausgleich weh tut. Einfache Abhilfe schafft Mamas Brust oder ein Fläschchen!

7. Tipp:

 Unterhaltung während der Autofahrt. Hier gilt als oberstes Gebot: alles vermeiden, was zu Übelkeit führen kann. Daher sind Filme (z. B. via Tablet an der Rücklehne) keine gute Wahl, ebenso wenig Spielkonsolen oder Bücher. Hilfreich ist hingegen die elektronische Märchentante, am besten über iPod ... So kann Mama nämlich über Autoradio oder CD hören, was ihr gefällt. Nützlich ist auch ein Satz kleiner neuer Spielzeuge, die zeitversetzt ausgeteilt werden.

8. Tipp:

 "Mama, mir ist schlecht!" Der gefürchtete Klassiker bei Autofahrten, vor allem bei Kindern zwischen zwei und zwölf. Grund sind die verwirrenden Eindrücke, die das Gehirn beim Autofahren empfängt. Es bestimmt unsere Raumposition mithilfe zweier Datenquellen: Die Augen liefern Informationen über Senkrecht und Waagrecht, das Vestibularorgan im Innenohr über unser Gleichgewicht. Allerdings müssen die beiden Datensets übereinstimmen - und genau das ist das Problem beim Autofahren! Sieht man nur auf das Wageninnere, melden die Augen: Ruhe. Das Gleichgewichtsorgan hingegen misst Bewegung. Das Resultat: Übelkeit. Am besten hilft es daher, hinauszuschauen und etwas möglichst Unbewegliches zu betrachten, z. B. einen Waldrand. Regelmäßige Pausen mit ein wenig Bewegung bringen das Gehirn wieder ins Lot. 

9. Tipp:

 Ein leerer Bauch fährt nicht gern. "Nüchternschmerz" führt zu Übelkeit, ein voller Bauch ist aber auch nicht gut. Am besten etwa drei Stunden vor der Abfahrt etwas Leichtes essen und in regelmäßigen Intervallen für Nachschub sorgen.

10. Tipp:

 Das Ärgste verhindern. Ja, es gibt Anzeichen, die signalisieren, dass Ihrem Kind schlecht wird: häufiges Gähnen, Blässe, Schwitzen und Speichelfluss. Dann hilft nur noch eines: so rasch wie möglich anhalten! Ist Ihr Kind erfahrungsgemäß stark gefährdet, mit dem Kinderarzt über mögliche Medikamente gegen Reiseübelkeit sprechen.

Nützliche Informationen wenn Sie mit Kindern verreisen:

Was sollte alles in das Reisegepäck Reise-Checklisten von Zalando

Informationen über Kinderreisepässe auf den Seiten des BMI

Auflistung von empfehlenswerten Impfungen auf den Seiten des österreichischen Gesundheitsportales

Weitere praktische Reisetipps auf travelkid.at