Reisen mit kleinen Kindern

Reisen mit kleinen Kindern
Foto: shutterstock/CroMary


Richtige Urlaubsplanung ist die halbe Erholung. Eine entspannte Hin- und Heimfahrt - der zweite Teil der Ferienfreude. Denn wenn die Anreise nicht klappt, ist schon für die ersten Tage im Urlaubsparadies dicke Luft zwischen Eltern und Kindern angesagt. Und auf den letzten Kilometern vor der Ankunft zu Hause wollen Sie sich ja nicht die redlich verdiente Erholung wieder kaputt machen lassen.

 

Der Countdown vor der Abfahrt

Also planen Sie Ihre Fahrt idealerweise mit Checkliste. Keine Angst, wir überfrachten Sie jetzt nicht mit Technikdetails, wie richtig eingestellten Scheinwerfern oder vollgefüllten Scheibenwaschtanks. Denn einerseits sind unsere Autos heutzutage ja wirklich schon so gut, dass Extra-Arbeiten für Extra-Touren glücklicherweise obsolet geworden sind. Und andererseits sollte die Kontrolle des Reifendrucks oder des Ölstandes sowieso zur Routine beim Tankstopp zählen.

Aber wir packen Ihnen in Ihr Urlaubsgepäck ein paar wichtige Ratschläge mit ein. Solcherart "befrachtet" können Sie vielleicht halbwegs vermeiden, nach jeder Kurve, nach jedem absolvierten Kilometer von der Heckbank ein enervierendes "Mama, sind wir schon daaaaa" zu hören.

Denn - und das sollte man auch schon vor Antritt der Reise berücksichtigt haben: Kinder wollen meist unterhalten werden, egal, ob sie klein oder groß sind - und auch noch nach fünfhundert Kilometer. Also unbedingt vor Abreise an die kindergerechte Reiseausstattung denken.

 

Checkliste für die Kuscheltiere

Dazu zählt zum Beispiel, eine Liste der wichtigsten Kuscheltiere aufzustellen. Und es empfiehlt sich, diese Checkliste zusammen mit den Kleinen durchzugehen, schließlich wissen diese Experten ja am besten, was gerade aktuell im Kinderzimmer ist. Aber bedenken Sie auch, Ihr Auto darf und kann nicht zum fahrbaren Streichelzoo werden. Lieber weniger mitnehmen, diesen Spielkameraden aber vielleicht genau definierte Aufgaben zuteilen - also die Maus, die kontrollieren muss, ob Papa auch wirklich die richtige Straße fährt oder der Elefant, der aufpasst, das keine Verkehrsregel gebrochen wird.

Auch Unterhaltungselektronik ist auf langen Reisen höchst hilfreich fürs gegenseitige Auskommen. Also falls vorhanden, iPod oder ähnliche Audio-Geräte mitnehmen (inklusive Lieblings-Märchen oder Greatest-Hits-CD). Nimmt man einen tragbaren DVD-Film für die begehrtesten Kinderfilme mit, sollte man nicht den Stromanschluss für den Zigarettenanzünder vergessen. Schließlich fressen diese Unterhalter mehr Energie als für die Stecke Wien-Grado genügen würde. Gameboys oder andere Spielcomputer mögen im Alltag vielleicht pädagogisch betrachtet nicht das Gelbe vom Ei sein - auf langer Urlaubsfahrt können sie dagegen Wunder wirken.

 

Autospiele müssen Kurven vertragen

Selbstverständlich sollten aber auch konventionelle Spiele ins Reisegepäck der Kleinen. Nur: die im Auto verstreuten Spielfiguren des neuesten Schachs fördern eher den Stress aller Beteiligten, als dass sie die Kinder beruhigen würden. Also lieber Spielfiguren mit Magneten mitnehmen; und eine gewisse Mindestgröße dabei nicht unterschreiten.

Wollen Kinder während der Fahrt zeichnen, empfiehlt es sich, ein entsprechendes Zeichenbrett vorzubereiten. Das bedeutet Zeichenstifte daran befestigen, damit diese nicht aus der Hand rutschen und dann einen ganzen Urlaub lang gesucht werden müssen.

Viele Kinder lesen auch gerne auf langen Reisen. Einigen wird dabei allerdings schlecht. Vorsicht somit bei der Auswahl der Lektüre. Und besonders wichtig: Wenn Sie von der Autobahn abfahren und sich auf die kurvige, anspruchsvolle Gebirgsstraße schwingen, sollten Sie die Mannschaft in der zweiten Reihe warnen, jetzt vielleicht lieber die verschlungenen Seiten mit der vorbeiziehenden Landschaft zu tauschen.

Was Sie dann erst vor dem Start - aber dann  wirklich - noch prüfen sollten: Sind die Kinder im Kindersitz richtig gesichert; und können sie trotzdem noch bequem sitzen? Auch wenn das Gepäckvolumen beängstigende Formen annimmt: Alle Koffer, Taschen und Plastiksackerln gehören in den Kofferraum! Zusätzliche Gepäckstücke engen einerseits den sowieso eher knapp bemessenen Bewegungsraum im Fond ein. Andererseits können Sie auch zum gefährlichen Wurfgeschoss werden. Da wird dann sogar der Autoatlas auf der Hutablage zum tonnenschweren Eisenstück, das sich unbarmherzig seinen Weg in Richtung Windschutzscheibe bahnt.

 

Reiseplanung mit Kinderspielplätzen

Sind alle Dinge richtig im Auto verstaut und geht’s endlich Richtung Urlaub, sollten Mama und Papa keineswegs auf Pausen vergessen. Planen Sie Raststätten mit Kinderspielplätze ein. Bei längeren Etappen unbedingt flüssige Verpflegung mit an Bord nehmen. Denn Kinder müssen viel trinken - am besten Fruchtsäfte, Tee oder Mineralwasser.

Dass bei einem Stopp Kinder nie alleine im Auto zurück bleiben dürfen, scheint klar und logisch. Sollte es doch notwendig sein: unbedingt Handbremse anziehen, Fahrzeug absperren, Zündschlüssel abziehen und mitnehmen.

Aber bedenken Sie auch während der Fahrt, dass Kinder nicht allein sein wollen. Das beste Mittel gegen Fadesse im Fond, der zum Stress für die erste Reihe werden kann: Der nichtfahrende Elternteil nimmt in der zweiten Reihe Platz und plaudert mit den Kleinen - am besten übers Reiseziel.
Oder man versucht die Zeit mit Spielen zu überbrücken. Eine reise- und autobezogene Auswahl, abseits des bekannten "Ich seh' etwas, was Du nicht siehst ...":

 

  • Ausschneiden und entdecken: Bevor die Reise losgeht, aus alten Zeitungen Bilder ausschneiden auf denen Dinge abgebildet sind, die man während der Autofahrt entdecken könnte (Tiere, Häusertypen, Bäume, Kirchen, Brücken). Jeder Mitspieler erhält die gleiche Anzahl ausgeschnittener Bilder. Während der Fahrt gilt es die Dinge zu entdecken. Wer eines seiner Bilder gefunden hat, legt es zur Seite. Derjenige, der als erster kein Bild mehr hat, gewinnt.
  • Autos erraten, zum Beispiel mit der Farbwette. "Ich wette das fünfte Auto ist blau!" Alle Familienmitglieder zählen mit. Für einen richtigen Tipp gibt es einen Punkt. Wer in einem vorher vereinbarten Zeitraum die meisten Punkte erreicht, hat gewonnen. Fortgeschrittene können um Typen oder Modelle wetten.
  • Kennzeichen kennen: Wo kommt welche Abkürzung her? Oft finden Sie die Auflösung in Taschenkalendern. Oder Sie notieren sich das Kürzel und fragen später einmal bei einem Autofahrerklub nach.
  • Kennzeichen ergänzen: Gewonnen hat, wer am schnellsten aus den Buchstaben und Ziffern eines Kennzeichens einen sinnvollen Satz gebildet hat.
    Und wetten, spätestens nach dem siebenundneunzigsten Satz schläft die Heckbank selig ein - oder will zumindest selbst eine kleine Pause von der Unterhaltung. Womit’s für den Rest der fahrenden Mannschaft auch endlich wieder erholsamer wird.